Als Berlinflaneurin, die fast täglich durch die Strassen ihres Heimathafens strömert, notiere ich in meinen Gedächtnis das, was keinem sonst auffällt. Kleinigkeiten, Feinheiten des Alltags, der den Berliner vom Restdeutschländer unterscheidet. Es sind die kleinen Dinge, die den Schwaben, Hannoverander oder OWLer dann doch irgendwann zum Berliner machen. Um die Integration des assimilierten Zugezogenen voranzutreiben, fange ich heute mit einer neuen Serie an: Accessoire dich Berlin! Diese Serie richtet sich an Berliner mit Immigrationshintergrund - für all die, die nicht hier geboren sind, sondern wie ich den Makel einer nachweislichen Geburt in einer Kleinstadt in Restdeutschland im Ausweis tragen.
In Berlin trinkt man Bier, Molle hier genannt, das weiß man. Touristen trinken Berliner Weiße mit Schuss. Bessere Berliner, wie Michael Nast die Zugezogenen nennt, trinken Bier - natürlich aus der Flasche. Wozu ein Glas benutzen, besonders unterwegs ist das doch unpraktisch. Das Flaschenbier garantiert den Genuß eines Feierabendbiers schon bereits tatsächlich NACH Feierabend, nämlich bereits in der U- und S-Bahn. Täglich ab 16 Uhr sieht man erschöpfte Männer auf die Plastiksitze der BVG sinken, im Bundeswehrrucksack kramen und mit bloßer Hand, Feuerzeug oder Augenlid eine Flasche Bier öffnen. Ne Molle zischen. Bier gehört dazu und ist bezirkstechnisch aufgeteilt. In Neukölln trinkt man Sternburger, liebevoll Sterni genannt. In Kreuzberg Astra. Das kommt zwar nicht aus Berlin, ist aber so unglaublich kultig. Becks geht auch immer, das gibt es auch in jedem Spätkauf. Auch im Prenzlauer Berg und Mitte. Dass es dem Berliner nicht so auf den Geschmack ankommt, erkennt man an der Erwähnung dieser drei Biersorten.
Für die Mädels gibt es an der Strandbar Schöffehofer Weizen mit Grapefruit und für die Muttis eben Bionade. Das ist zwar kein Bier, aber es ist eine Glasflasche, mit der man durch die Gegend laufen kann. Bionade geht übrigens sehr gut in Friedrichshain. Und wenn man gar nicht weiß, was man trinken soll, dann eben Berliner Pilsener. Denn: Berlin, Du bist so wunderbar!












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