Die spektakulären Funde beim U-Bahnbau vor dem Roten Rathaus sind wahrlich ein Glücksfall für die Archäologie. Berliner und Touristen begeistern sich gleichermaßen. Schließlich werden sogar die Baupläne für die U-Bahnausgänge am Rathaus umgezeichnet. Letzter Anstoß für ein Umdenken, besser Neudenken im Senat.
Die Bodendenkmalpflege wurde bislang als unangenehme Begleiterscheinung, weil Verzögerung, von den Bauherren in die Öffentlichkeit getragen. Das soll sich ändern: Stadtplanung und Archäologie ziehen in Berlin inzwischen an einem Strang.
Galt bislang bei der Senatsverwaltung das Prinzip, dem Käufer und Investor das Baugrundstück möglichst schmackhaft zu machen, um einen höheren Preis zu bekommen, soll der Bauherr nun vorher erfahren, dass er auf historischem Grund baut und in Berliner Geschichte buddelt. In dem neuen Archäologischen Informations-System Berlin (AISBer) sind inzwischen selbst bei kleinteiligen Parzellen ausreichende Daten und geschichtliche Dokumente vorhanden. Der Bauherr kann sich vorher erkundigen, was ihn in der Tiefe erwartet.
Denkmalpfleger und Stadtentwickler arbeiten künftig zusammen; der Eindruck in der Öffentlichkeit, dass jedes Amt und jede Behörde seine eigenen Interessen durchboxen will, ist nun offenbar begraben.
Dafür gibt es seit dem 25.3.2011 sichtbare Beispiele:
In der Ausstellung „Eine Zukunft für unsere Vergangenheit“ wird "auf 20 Tafeln, mit originalen Fundstücken, einem Film und Fotos ein Überblick über das Spektrum der Erhaltung und Integrierung von Bodendenkmalen gegeben." Mit der Planung „Archäologischer Fenster“ in der Historischen Mitte geht die Verwaltung neue Wege.
Ich empfehle den Besuch dieser spannenden Ausstellung. Berliner Geschichte wird sehr anschaulich dargestellt. Vom Petriplatz, zum Schlossplatz, über die Nikolaikirche zum Roten Rathaus. Und ein Blick auf die künftige neue Grabungsstelle Im Jüdenhof.
Vom 25. März 2011 bis zum 29. April 2011 im Südsaal des Lichthofes im Erdgeschoss der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Am Köllnischen Park 3, in 10179 Berlin.
Montag bis Sonnabend in der Zeit von 10:00-18:00 Uhr, Freier Eintritt.












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