"Das BierBike ist Erlebnis pur!
Das Bad in der Menge, alle für einen und einer für alle.
Berlin ganz neu und vor allem gemeinsam erfahren.
Die gute Laune kommt auf dem BierBike garantiert!" Bierbike-Berlin.de
Eines lauen Sommerabends saß ich draußen vor einer Bar in Berlin Mitte, als ein kreischendes brunftartiges Grölen an mein Ohr drang. Fußball Fans hier in Mitte zu treffen, kommt nicht häufig vor und ich wundere mich. Dann plötzlich biegt das Ungetüm um die Ecke und ich erstarre.
Ein rollendes Faß, drumherum eine 16-köpfige saufende Masse, die, bevor sie aufgestiegen ist, aus 16 unabhängigen Individuen bestand. Sie sitzen um das übergroße Faß und strampeln sich die Seele aus dem Leib. Quasi im Faß steht eine großbusige Dame und zapft ein Bier nach dem Anderen. Am Ende des Faß' sitzt noch ein Steuermann, der wohl pseudohaft für die Beruhigung des Sraßenverkehrsamts sorgt.
Ich bin entsetzt und beschließe in der Schaltung einer Notfallsynapse sofort aus Berlin wegzuziehen. Sogar die Reeperbahn kommt mir in diesem Moment weniger Touristisch vor und ich denke: der Ausverkauf beginnt. Das ist das Ende von Berlin, nun kommt das Ballermannklientel.
Was für eine entsetzliche Erfindung, aber für Bier scheinen die Deutschen ja so einiges zu machen, auch sich eben gern zum Löffel oder Horst. Kegelvereine, Junggesellenabschiede und Landfrauenvereine denken sich bestimmt bei einem geplanten Trip in die Hauptstadt: wir wollen mal was Flippiges machen. Und die Landfrauen mit gefärbten pinken Blocksträhnen denken auch in genau diesem Wortlaut.
Der weltmännische, egozentrische Berliner wendet sich mit Schrecken ab und versteckt sich hinter seinem Sparkassen-Jute-Beutel. Man schämt sich dafür. Touristen sind ja generell schon so schlimm genug, weil sie einem dauernt vor den Füßen stehen bleiben, den Blick nach oben gewendet, oder stellen blöde Fragen wie: wo ist denn hier der Alexanderplatz?
Nein, sowas mag man nicht und schon gar nicht das Bier Bike, dass einen im Suff angrölt, während man in Mitte zu seiner Vernissage stökelt.












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