Berliner Busfahrer haben es meist eilig. Das merkt man an ihrem Fahrstil - abwechselnd mit Vollgas und Vollbremsung zu fahren oder daran, dass sie heranhetzende Passagiere einfach ignorieren, selbst wenn die Ampel, drei Meter weiter, gerade auf Rot steht (so ist mir das selbst schon passiert).
Aber es gibt auch andere, die offensichtlich mehr Zeit haben. Meine Tochter hat es gestern erlebt. Wie immer steigt sie mit gezückter Fahrkarte ein und zeigt diese im Vorbeigehen. Da kommt die barsche Aufforderung, doch wieder zurückzukommen und das Ticket ordentlich zu zeigen. Zurück beim Busfahrer studiert dieser das Ticket auffällig lang.
Erst etwas eingeschüchtert stellt meine Tochter dann schnell fest, dass diese Prozedur auch bei allen anderen Fahrgästen angewandt wird, selbst bei einem Rollstuhlfahrer, der hinten über die Rampe (die der Busfahrer selbst anlegt) in den Bus kommt.
Die Fahrgäste wundern sich, dass der Bus nicht weiterfährt. Der Busfahrer steht immer noch beim Rollstuhlfahrer und wartet demonstrativ. Es passiert nichts! „Und was ist mit Ihrem Ticket?“, wird der Rollstuhlfahrer angeschnauzt. Der holt verdattert sein Ticket aus der Tasche und die Fahrt kann endlich weiter gehen.
Auch ich habe meine unvergessliche Erfahrung mit einem Berliner Busfahrer gemacht: Ich wollte mit einer gerade gekauften, zusammengerollten kleinen Türkischen Pizza den Nachtbus besteigen. Da herrscht mich der Busfahrer an: „Damit kommen Sie hier nicht rein! Lesen Sie draußen die Beförderungs-Bestimmungen. Mit offenen Lebensmitteln darf man nicht mitfahren“. Ich biete an, die Pizza einzupacken und im Bus nicht weiter zu essen, zeige mein Ticket und setze mich.
Das gefällt dem Busfahrer gar nicht. Er weigert sich weiter zu fahren und droht, die Polizei zu rufen, wenn ich nicht aussteige. Da ich nicht einsehe, wieder auszusteigen - immerhin ist es nachts und ich will nach Hause und überhaupt hab ich nichts Böses angestellt – ruft der Busfahrer tatsächlich die Polizei. Das dauert natürlich bis die kommt.
Aber schließlich springen drei Polizisten in den Bus und fragen „Wo sind die Randalierer?“. Ich sage, das müsse wohl ich sein. Ich werde ebenso wie der Busfahrer nach dem „Tatbestand“ befragt. Zum Glück sehen die Polizisten kein Problem und fragen den Busfahrer, etwas genervt über den unnötigen Einsatz: „Lassen Sie sie jetzt mitfahren oder nicht?“ und verschwinden wieder. Der Busfahrer fährt weiter, lässt aber schon an der nächsten Station die Wartenden nicht einsteigen. Meine große Sorge ist, dass ich selbst an meiner Haltestelle nicht aussteigen darf. Zum Glück steigen aber auch andere Leute mit mir aus und ich bin endlich zu Hause.
Ich hab noch anderes erlebt, z.B. Busfahrer, die prinzipiell mit der Tür an einem Baum halten, sodass Mütter mit Kinderwägen nur sehr schwer ein- und aussteigen können oder aber auch Fahrradhasser, die so knapp an den Fahrradfahrern vorbeifahren, dass diese noch nicht einmal zittern dürfen, usw. Die Liste ist vielleicht endlos.
Aber es gibt zum Glück auch ebenso viele, bestimmt mehr, nette Busfahrer! Solche, die beim Einsteigen nett lächeln, manchmal sogar vorbeiwinken, wenn man noch beim Kramen nach dem Ticket ist und die sogar äußerst rücksichtsvoll fahren.
Ich selbst möchte nicht Busfahrer sein, denn Fahrgäste können auch ganz schön schrecklich sein.












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