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Artikel 4

Berlinjournal

Meine Eindrücke beim diesjährigen Besuch der Stadt.

Blick auf die Stadt aus der Sicht einer Besucherin.

Reflexionen zu Menschen und die sich verändernde Geschichte.

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Kommentare

Isabelle_Schaub - 19.07.2011 - 00:04
Berlinjournal III Der Himmel über Berlin ist wirklich etwas Besonderes.Auch bei grösstem Wolkenverhang verliert man nie die Breitsicht. Er kommt mir vor wie die Decke in der sixtinischen Kapelle, die Wolkengruppen freundliche Engel zwischen dem unglaublich lichten Blau. Am Anhalter Bahnhof erwischt uns die Weite für einen Augenblick in der Totale. Ist es möglich, dass hier zwischen 1942 und 1945 10 000 Juden in den Altentransporten zur Abfahrt ins KZ gesammelt wurden? Was haben sie gedacht, als sie dieses Himmelspanorama mit dem gelben Stern versehen betrachten mussten? Spendete es den letzten götlichen Gruss vor der Fahrt in den Abgrund? Oder weitete es sich damals nicht so wie heute? Ich glaube, erst Wim Wenders hat den Berliner Himmel so schön gemacht.
Isabelle_Schaub - 18.07.2011 - 23:53
Berlinjournal II Gestern hatte ich vergessen, meinen Fahrschein abzustempeln. Ich bin das nicht gewohnt, weil in der Schweiz, wo ich wohne, die Uhrzeit immer gleich auf dem Fahrschein aufgedruckt aus dem Automaten kommt und zwar überall. Auch fahre ich mit Jahresabo, weil ich meinen Kopf meistens woanders habe und so keine Risiken eingehe. Obwohl ich wie gesagt regelmässig nach Berlin reise, brauche ich immer eine gewisse Zeit, bis das mit dem Entwerten intus sitzt. Auch diesesmal wollte ich eine 7-Tageskarte lösen aber der Automat schluckte meine Geldscheine nicht. Nicht auf diesem Bahnsteig und nicht auf dem nächsten. Obwohl ich den Schein in alle Richtungen drehte. So fuhr ich eben wieder mit einem Einzelfahrschein zurück nachdem Jo und ich uns das Stasihauptquartier angesehen hatten. Natürlich sind wir wegen dem Film hingegangen. Vorgestern haben wir uns "Das Leben der anderen" hier in der Berliner Wohnung angeschaut. Jo fährt übrigens überall mit dem Fahrrad hin während ich den ÖV bevorzuge. Schon weil man während der Fahrten lesen kann. Bei der Samariterstrasse stieg eine Fahrscheinkontrolle zu. Es waren zwei sehr junge Männer. Schnittig, dachte ich noch,diese Montur hat das Zeug, einem einen Schrecken zu versetzen. Nicht dieses hässliche Braun mit dem verlogenen Königsblau der Stasi, nein, ein klares Schwarz von oben bis unten, ohne Fisimatenten einfach die Härte, die dir alles Licht wegsaugt .Und ich zeigte meinen Fahrschein. Selbstverständlich zweifelten sie an meiner Darstellung. Der eine Kontrollbeamte, ein Deutsch-Deutscher, zückte gnadenlos seinen elektronischen Bussenzettel aber der andere, ein Türkisch-Deutscher, begleitete mich auf den Bahnsteig und erklärte mir die Sache mit dem Entwerten nochmals. Anschliessend schaffte er es, den Fahrscheinautomaten mit meinen Geldscheinen zu füttern. Um keine Zweifel offen zu lassen, schenkte ich ihm meine unentwertenden Fahrscheine. In besonderen Fällen, sagte er, sind wir durchaus kulant. Ich dachte, er weiss, was es heisst, fremd zu sein. Gut, dass es das gibt.
Isabelle_Schaub - 18.07.2011 - 23:31
Berlinjournal I Es ist ncht das erste Mal, dass wir nach Berlin kommen, und der Koffer ist auch nicht schwer,dreizehn Kilos, das ist nichts .Der von Jo ist ein Bisschen schwerer, er hat die Badetücher eingepackt und die Küchenutensilien. Sogar die grünen Bohnen hat er mitgenommen, ein Viertel Brot und ein halbes Kilo Tomaten. "Je ne m'embarque jamais sans biscuits" hat er wie üblich gesagt und gegrinst dabei. Wir steigen immer an der Warschauer Strasse von der S-Bahn in die Tramlinie um und auch diesesmal schleppte jeder seinen Trolly über diese luftige Freitreppe ohne Lift. Ich dachte an Blattschneiderameisen , mit welcher Leichtigkeit sie die grössten Gewichte heben und bedauerte, nicht zu dieser Gattung zu gehören. Nach wenigen Stufen stellte sich ein kräftiger, asiatisch wirkender Mann neben mich und fragte, ob er meinen Reisekübel hochtragen dürfe.Ich fand gar keine Zeit zu zögern;schon lief er mit meinem Koffer aufwärts.Ohne Bedenken hatte ich ihm den Trolly mit meinen Lieblingsklamotten und dem Laptop drin ausgehändigt. Jetzt hast du deine Sachen gesehen, dachte ich, Mensch, bist du nicht gescheiter geworden! Doch oben an der Warschauer Brücke drückte mir der freundliche Mensch meinen Rollkasten wieder in die Hand. Jo und ich schauten uns an, was für ein Ankommen, sagte ich ,und er sagte,kannst du dir das bei uns vorstellen? Das eben mag ich an Berlin.
Isabelle_Schaub - 18.07.2011 - 23:31
Berlinjournal I Es ist ncht das erste Mal, dass wir nach Berlin kommen, und der Koffer ist auch nicht schwer,dreizehn Kilos, das ist nichts .Der von Jo ist ein Bisschen schwerer, er hat die Badetücher eingepackt und die Küchenutensilien. Sogar die grünen Bohnen hat er mitgenommen, ein Viertel Brot und ein halbes Kilo Tomaten. "Je ne m'embarque jamais sans biscuits" hat er wie üblich gesagt und gegrinst dabei. Wir steigen immer an der Warschauer Strasse von der S-Bahn in die Tramlinie um und auch diesesmal schleppte jeder seinen Trolly über diese luftige Freitreppe ohne Lift. Ich dachte an Blattschneiderameisen , mit welcher Leichtigkeit sie die grössten Gewichte heben und bedauerte, nicht zu dieser Gattung zu gehören. Nach wenigen Stufen stellte sich ein kräftiger, asiatisch wirkender Mann neben mich und fragte, ob er meinen Reisekübel hochtragen dürfe.Ich fand gar keine Zeit zu zögern;schon lief er mit meinem Koffer aufwärts.Ohne Bedenken hatte ich ihm den Trolly mit meinen Lieblingsklamotten und dem Laptop drin ausgehändigt. Jetzt hast du deine Sachen gesehen, dachte ich, Mensch, bist du nicht gescheiter geworden! Doch oben an der Warschauer Brücke drückte mir der freundliche Mensch meinen Rollkasten wieder in die Hand. Jo und ich schauten uns an, was für ein Ankommen, sagte ich ,und er sagte,kannst du dir das bei uns vorstellen? Das eben mag ich an Berlin.

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