Sommer, Berlin. Okay, ich werde mich hier nicht in die Reihe derer einfügen, die stetig über das Wetter klagen. Mal ist es zu kalt, mal ist es zu heiß, dann wieder zu regnerisch, zu windig, zu viel Smog, zu hohe Luftfeuchtigkeit sprich zu schwül oder zu verschneit. Und natürlich sind zu viele Autos, Radfahrer und Touristen in der Stadt, es gibt zu wenig Bäume, Schwimmbäder, Seen und Parkanlagen, und wenn, dann sind sie nicht gepflegt genug, zu dreckig, zu voll, zu langweilig oder zu laut und zu weit weg. Und ich werde auch nicht das Totschlagargument bringen: Früher, da war das aber nicht so! Ähnlich beliebt wie: Früher war alles besser! Und was ist denn überhaupt dieses früher? Eine variable Größe, die für jeden eine andere Bedeutung hat, in einem anderen zeitlichen Abstand zu einem steht und immer einen anderen Start- und Endpunkt markiert? Wie genau ist denn dann so eine Aussage überhaupt oder wie genau kann sie sein, wenn doch ihre Definition immer eine andere zeitliche Ebene andeutet? Aber lassen wir das.
Meine Stadt hat Fieber
Eigentlich will ich auch gar nicht jammern. Wirklich nicht. Aber es stimmt schon, es ist ganz schön warm in Berlin und überhaupt in Deutschland. Ein Anruf bei den Eltern in Coburg bestätigt: ja, auch im schönen Franken wird geschwitzt und zuweilen über die Hitze geklagt. Auch ein Blick auf die Wetterkarte verrät: Eltern haben nicht gelogen, es ist heiß. Überall. Hitzerekorde werden gebrochen, neu aufgestellt oder zuweilen auch nicht und somit das Klagen über die Hitze offiziell bestätigt. Spätestens jetzt kann man beruhigt sagen: man, ist das heiß!
Aber sollte das nicht so sein? Ich meine: hey, es ist nun mal Sommer! Klar wäre ab und an ein laues Lüftchen oder eine sanfte Brise toll, wie bei unseren Freunden den Großstädten am Wasser. Viel schlimmer finde ich aber wirklich dieses ständige Rumgejammer, dieses Genörgel. Und immer ist das Wetter Schuld. Ich bin mir zwar der Tatsache bewusst, dass das Wetter das subjektive Empfinden des Menschen stark beeinflusst, aber damit jede Befindlichkeit zu entschuldigen, das geht doch auch nicht! Denn es ist doch eigentlich wunderschön und die Jahreszeit macht ihrem Namen doch nur alle Ehre. Endlich kann man auch abends wieder im leichten Kleidchen oder Hemd stundenlang draußen sitzen, die Beine im Wasser baumeln lassen, leichte Cocktails genießen und den Sternenhimmel bewundern. Die Tage sind länger und die Röcke sind kürzer, einzig und allein die Dusche verspricht Abkühlung. Nur die wirklich tiefen Seen wie der Teufelssee sind noch nicht auf Badewannentemperatur erhitzt. Normalerweise muss man für solche Temperaturen in den Urlaub fahren. „Meine Stadt hat Fieber. Sie tropft und klebt.“, singt Peter Fox. Und ich finde es ganz wunderbar! Ich hoffe auf noch mehr Sommersonnentage, gerne gepaart mit Sommerregen, die Mensch und Natur die ersehnte Bewässerung und Abkühlung bringen und auf noch mehr wunderbare, heiße Berliner Nächte. Immerhin ist ja auch die OpenAir-Saison in vollem Gange und das bei Regen und Kälte zu erleben, wäre im Sommer doch irgendwie auch doof.











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