Street Art kennen wir. Wie aber heißt der heimliche Versuch, eine Wiese, einen Park, eine große Rasenfläche künstlerisch zu verfremden? Rasen-Kunst klingt wie Kunstrasen. Nee.
Worum geht es?
Ich beobachte das Treiben auf der Schlosswiese (Baugrund für das geplante Humboldt-Forum) fast täglich. Da ist immer was los.
In den Zeiten der gossen Dürre im Juli leuchtete aus dem braunen, verbrannten Rasen ein satt-grünes Doppelherz. Erst dachte ich an eine „Laune der Natur“. Inzwischen aber wächst auch das Gras drum herum wieder grün, aber das ist ein anderes Grün. Nach längerem Grübeln bin ich zu dem Schluss gekommen, es könnte sich vielleicht um einen Gärtnerspaß oder eine Kunstaktion handeln. Aber wie macht man so etwas? Bei Street Art kauft man eine Spraydose an jeder Tankstelle und schon leuchtet die Betonmauer grün. Wie aber bringt man grüneres Grün auf ein helleres Rasengrün?
Als Landkind erinnere ich mich an meine Schwester, die einen Streuwagen mit Kunst(!)dünger über die Wiese schiebt. Ein solches Wägelchen funktioniert mit dem gleichen Mechanismus, wie die Streuwagen mit denen die Platzwarte auf Fußballfeldern die Kreidestriche ziehen. Diese Theorie gefiel mir gut. Bis ich heute die wahre Geschichte hörte.
Rasendünger aus diesen klassischen Düngerstreuern aufgetragen, brauchen ziemlich lange bis sich eine Effekt zeigt. Und dazu braucht’s Wasser. Es gab aber keinen Regen. Das wusste die Künstlerin (nur den Namen kenne ich noch nicht), denn sie wollte den Effekt sofort auch ohne Regen. Diese Auskunft bekomme ich von einem der zuständigen Gärtner, der heute fachmännisch die Schlosswiese mäht.
Er erzählt mir, was er und seine Kollegen erfahren haben: Eine Künstlerin in Berlin habe sich flüssigen Dünger besorgt und diesen großflächig per Handarbeit zu einem Doppelherz verteilt. Mühsam aber wirksam. Ohne der Regen oder Wassersprenkler wachse das Gras schneller, grüner, länger. Auch durch den jetzigen Grünschnitt der Gärtner werde das Zeichen im Rasen nicht verschwinden.
Fast täglich erlebe ich die Schlosswiese neu. Für mich ein neuerliches Beispiel, dass die Kreativität der Berliner keine Grenzen kennt. Hier ein neue Dimension: Street Art vs Grassland Art (oder auch Field Art?)
... mehr Fotos findest du hier im Album
Nachtrag: Ich würde mit der oben angesprochenen Künstlerin gern Kontakt aufnehmen.












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