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Interview: Pieces of Berlin
Foto: Elena Capra

Interview: Pieces of Berlin

von Guest

Florian Reischauer fotografiert Menschen. Keine Models, einfach Berliner, die ihm auf der Straße begegnen. In seinem Blog Pieces of Berlin stellt er diese Menschen wöchentlich vor. Neuerdings finden sich einige seiner Bilder auch auf Berliner.de. Ein Gespräch.

Du fotografierst Menschen, die Dir auf der Straße begegnen. Was interessiert Dich daran?

Die Stadt lebt durch ihre Bewohner und jeder hat eine Geschichte zu erzählen bzw. eine andere sicht der Dinge. Mich interessiert es unterschiedliche Leute kennen zu lernen, sich nicht auf gewisse Szenen oder Milieus zu versteifen, die Leute kurz aus ihrer Anonymität im öffentlichen urbanen Raum zu holen. Ich will zum Beispiel wissen, was der Walter, 75, Rentner aus Hellersdorf, über Berlin denkt oder der Steffen, 27, Fashionstore Manager in Mitte. 

Andererseits gibt es immer nur ein Bild pro Person und einen ganz kurzen Text darunter. Was kann aus Deiner Sicht dadurch vermittelt werden?

Mir geht es um knackige, spontane Statements der Personen, genau das, was die Situation in dem Moment auf der Straße zulässt. Ohne großes Grübeln, eher so ein Bauchgefühl zu erhaschen.

Deine Bilder zeichnen sich durch eine auffällige Retro-Ästhetik auf.

Ich persönlich als Fotograf bin absolut im analogen Bereich hängen geblieben – obwohl ich das digitale in keiner Weise verteufeln möchte! Speziell in Bezug auf pieces of berlin war es von Anfang an klar, die Geschichte so zu schießen. Kratzige, dem Lehrbuch entgegen gesetzte "unperfekte" Bilder, mit Farbverschiebungen und Lichteinfällen, etwas zu kreieren was lebt und auf diese Weise jeden einzelnen Menschen zu zeigen. Zu versuchen, die Authentizität mit einem einzigen Foto pro Person zu bewahren, anstatt wie sooft im Digitalenzeitalter alles tot zu knipsen. 

Suchst Du Dir deine Modelle nach bestimmten Kriterien aus?

Nein, ich gehe meist einmal pro Woche los und suche mir dazu jeweils einen anderen Bezirk aus. Dort angekommen guck ich lediglich, dass das Geschlechterverhältnis ausgewogen ist. Durch das abklappern der einzelnen Bezirke ergibt sich ohnehin automatisch ein schöner Querschnitt.

Erzähl etwas über den Arbeitsprozess. Sprichst Du die Menschen einfach an?

Mit der Kamera und dem Notizblock im Gepäck geht es in die ausgewählte Gegend. Dort spaziere ich durch die Straßen und quatsche die Leute einfach an, erzähl ihnen kurz, um was es geht und frag’ sie, ob sie Lust haben mit zumachen.

Wie reagieren die Menschen, wenn Du ihnen erzählst, was Du machen willst?

Im Durchschnitt macht ca. die Hälfte der Leute mit. Manche freuen sich, dass man ihnen Aufmerksamkeit schenkt und möchten am liebsten ihr ganzes Leben erzählen. Da gab’s schon sehr berührende Momente. Viele wollen sich nicht fotografieren lassen, finden die Sache aber interessant. Bei jungen Leuten und Rentnern ist es am einfachsten, besonders schwer jedoch bei Menschen mit migrantischem Hintergrund.

Erzähl etwas über Deinen Background.

Ich bin 25, komm ursprünglich aus Oberösterreich und bin nach dem Fotografiestudium in Wien nach Berlin geflüchtet. Seit 2007 beehre ich nun die Stadt und fühl mich sehr, sehr wohl hier!

 

Florians Seite auf Berliner.de findet Ihr hier.

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