Liebe NPD Neukölln,
ein klein wenig irritiert waren wir schon, als wir heute Morgen gesehen haben, dass Ihr ab jetzt unseren Tweets folgen wollt. Vielleicht, haben wir uns gefragt, habt Ihr Euch in der Adresse geirrt?
Aber wer weiß, vielleicht auch nicht. Jeder ist schließlich lernfähig, warum nicht die NPD? Kann doch sein, dass auch Ihr begriffen habt, dass die Welt vielfältiger und reicher ist als miefige Stammtischparolen.
Berliner.de ist ein Stadtmagazin, bei dem jeder mitschreiben kann. Wir glauben, dass Berlin eine offene, tolerante Stadt ist, in der Menschen aus allen Kulturen der Welt miteinander leben – als Nachbarn, als Freunde, als Liebespaare. Wir glauben, dass das Einzigartige an unserer Stadt gerade ihre Vielfalt ist.
Auf Berliner.de könnt Ihr über wunderbare Veranstaltungen wie dem
Wassermusik-Festival im Haus der Kulturen der Welt lesen, wo Künstler aus Afrika uns einen Einblick in ihre Heimat gewähren. Über eine Ausstellung der New Yorker Künstlerin
Chitra Ganesh, deren Arbeiten die gängigen Darstellungen von Geschlecht, Sexualität und Macht hinterfragen. Oder über die "
XVII. Rohbaukunst", wo es um Symbolik und Missbrauch von Macht geht. Wer weiß, möglicherweise bekommt Ihr dort den ein oder anderen aufschlussreichen Einblick in die Geschichte?
Aber anderseits, liebe NPD Neukölln, vielleicht geht es Euch nicht so sehr darum, etwas zu lernen? Vielleicht interessiert Ihr Euch weit eher dafür, Euch langsam in die Mitte der Gesellschaft zu schleichen? Mit Euren Flyern in unseren Briefkästen, mit Euren Kundgebungen, mit Euren CDs auf unseren Schulhöfen? Und da, liebe NPD Neukölln, machen wir nicht mit. Toleranz heißt auch, Toleranz zu verteidigen.
Intoleranz wollen wir nicht tolerieren.
Weswegen wir höflich um Verständnis bitten, wenn wir Euch aus unserem Twitter herauskanten.
Beste Grüße,
Eure Berliner.de-Redaktion
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