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Johannesburg 24 – Feiern im Township?
Foto: Shine 2010 - 2010 World Cup good news, Quelle Lizenz: Creative Commons (cc)

Johannesburg 24 – Feiern im Township?

von Elke

Johannesburg 24 Berlin. Es ist WM und was läge da näher als einen Public Viewing-Platz auf brachliegendem Gelände zu errichten?! So geschehen direkt neben der Bar 25 in Kooperation mit Adidas Originals. Darin ist ja letztlich nichts Schlechtes zu sehen, auch wenn die Kombination aus Bar 25, einem Gegner der kommerziellen Spreeufer-Bebauung, und Adidas schon seltsam anmutet. Auch als Motto den Austragungsort der WM, Südafrika, auszuwählen, liegt Nahe.
Fraglich ist nur: warum in aller Welt kam man auf die Idee, Südafrika mit dem Nachbau eines Townships zu repräsentieren? Das Johannesburg 24 ist nämlich nicht nur Übertragungsort mit polierten Großleinwänden und einem rotsamtenen VIP-Bereich! Nein, hier gibt es auch eine hübsch zusammengezimmerte Schrottbaracke zu bewundern, die unter anderem das ach so afrikanische Flair rüberbringen soll.

Das man sich wirklich Mühe in der Gestaltung der Bar gegeben hat und daraus ein angenehmer Ort entstanden ist, das will ich gar nicht in Frage stellen. Aber ob das ganze geschmackvoll ist?
In keiner Weise wird auf die problematischen Lebensumstände in den Townships eingegangen, sondern die Bretterbude verkommt zur Kulisse einer riesigen Spiele- und Spaßlandschaft. Gut gekleidete Menschen, Essen und Trinken in Hülle und Fülle für die/den, der genügend Geld hat, … aber wie sieht es denn bitte in Wahrheit in den Townships aus? Tatsachenforschung oder -darstellung wurde hier elegant umschifft. Die Begründung der Bar 25, dass es in Südafrika nun mal so aussähe, ist absolut unzulänglich und verhöhnt jeden kritisch denkenden Menschen. Wenn man nach diesem Motto agiert, dann kann man quasi alle Aktionen en Gros rechtfertigen, weist jede Verantwortung von sich und unterbindet jede Diskussion. Ist nun mal so! Bums. Aus.

Hätte man sich doch wenigstens die Arbeit gemacht, auf Aufstellern auf den Widerspruch zwischen der Feierei im Johannesburg 24 und der Realität in den Townships hinzuweisen oder würde einen Euro vom Eintritt als Spendengeld abzwacken. Das wäre zumindest ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber Umsatzminimierung kommt natürlich nicht in Frage, stattdessen wird hier sinnentleert gebechert, was das Zeug hält.

Ich jedenfalls finde es geschmacklos, wie man seine Augen vor der Realität verschließt und sich stattdessen unkommentiert in so einem Ambiente lustig betrinkt und feiert. Ich geh da nicht mehr hin!

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Kommentare

Gast (nicht überprüft) - 24.01.2011 - 19:33
recht hat se, die elke.
Gast (nicht überprüft) - 14.07.2010 - 13:28
na das gute daran ist wohl das sich dann die leute damit auseinandersetzen muessen. kann ja jeder der dann ins gruebeln kommt selber mal nen euro spenden, ihr habts ja wohl locker uebrig und dann bitte nicht meckern sondern selber was tun (und wenns auch nur fuer eigene kleine gute gewissen ist)
Gast (nicht überprüft) - 13.07.2010 - 11:27
die wm ist ja jetzt auch vorbei, aber danke für den gutmenschen-terror

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