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Kino: Die Beschissenheit der Dinge
Foto: toomuchkatherine, Quelle Lizenz: Creative Commons (cc)

Kino: Die Beschissenheit der Dinge

von Elke

Kino: Die Beschissenheit der Dinge. Schon seit Mai läuft der belgische Film „Die Beschissenheit der Dinge“ in den Berliner Kinos und begeistert und verstört zugleich. Jeder Lacher kann einem, so man denn den Hintergrund der Geschichte kennt, im Halse stecken bleiben, ist der Film doch urkomische und deprimierende Sozialsatire zugleich.

Der Inhalt
Der 13-jährige Gunther Strobbe lebt zusammen mit seinem Vater Celle und seinen drei Onkeln auf einem heruntergekommenen Hof bei seiner Großmutter. Während sich die alte Dame mit einer Engelsgeduld für ihre Kinder und den Enkel abrackert, haben die Männer nichts als Saufen und Frauen im Kopf. Die Familienehre der Strobbes wird in dem kleinen Dorf bei Saufgelagen, Wetttrinken oder dem jährlich stattfindenden Nacktfahrradrennen verteidigt und Gunther ist immer mittendrin. Schon früh wird er mit dem Familienritual des Trinkens vertraut gemacht, schon früh lernt er die Folgen des Saufens kennen, wenn er beispielsweise den besoffenen Vater morgens bei der Arbeit krank meldet. Die Familienbande sind stark in der Familie Strobbe. Jeder steht für den anderen ein, auch wenn sie sich manchmal im Rausch prügeln.
Doch was wird aus einem Jungen, der in einem Haushalt mit Pöbeleien, Bier trinken und Raufereien groß wird und später aufs Internat kommt? Nur ein erfolgloser Schriftsteller?

Die Kritik
Was urkomisch und als Parodie beginnt, verroht immer mehr und wird nahezu unerträglich. Eben lachte man noch über den Unsinn der Strobbes, doch nur Sekunden später schüttelt man den Kopf und das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Es ist bittersüß, es ist tragik-komisch und es ist melodramatisch, wenn man mit ansieht, wie der Alkohol die Personen in dem Film zugrunde richtet und Familienbande zerbrechen. Es ist ein Sozialdrama mit Tiefgang, das berührt, und glücklicherweise keine sensationsgeile Freakshow, in der man mit dem Finger auf die sozial Schwächeren zeigt. Und doch bleibt am Ende auch kein Mitleid übrig, sondern Wehmut. Wehmut darüber, dass Menschen ihr Leben so verschwenden und darüber das die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht.
Es ist kein Film für einen vergnüglichen Abend und es ist kein Film bei dem der Konsum von Bier und Wein besonders gut schmeckt, aber es ist ein Film von dem man noch lange etwas hat, weil er einen berührt und einfach nicht los lässt.

 

Mehr Infos zu dem Film findet ihr hier: Die Beschissenheit der Dinge

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