20 Jahre Bürgerschaftliches Engagement im Stadtquartier
Als Berliner bin ich gewohnt, dass erst einmal gemeckert wird, wenn etwas Neues eingeweiht wird. Ich neige auch dazu. Aber diesmal will ich gleich richtig loben. Der „Bürgerverein Luisenstadt e.V. verdient dieses Lob – gleich doppelt.
Am Freitag den 6. Mai ...
... ab 15 Uhr feiern Mitglieder und Politiker die Einweihung des wiederhergestellten „Wasserschlosses“ am Engelbecken in Mitte/Kreuzberg
(hier das vollständige Programm)
und
... ab 17 Uhr stellt Klaus Duntze das Buch „Der Luisenstädtische Kanal“, eine Stadtteilchronik von 1825 bis heute (Frühjahr 2011) vor.
(hier die Verlagsankündigung)
Dieses 430-Seiten umfassende Standardwerk zeigt, wie persönliches Engagement und langer Atem zwei Stadtteile verändern und Politiker versöhnen kann.
Der Luisenstädtische Kanal wurde als Transport- und Versorgungsweg für die Besiedlung des Köpenicker Feldes geplant und gebaut. Diese Wasserstraße verband die Spree mit dem Landwehrkanal. Als das Verbindungsstück nicht mehr gebraucht wurde und versandete, schüttete man die Anlage zu und machte daraus eine Parkanlage für die Bewohner. Mit der Teilung Berlins verschwand die Erinnerung an die ehemalige Luisenstadt unter einem Todesstreifen im Osten und viel Straßenasphalt im Westen: Es wurde auseinander gerissen was zusammen gehörte.
Durch parteilpolitischen Egoismus verpassten die Planer 1999 eine einmalige Chance. Anstatt Kreuzberg und Mitte in der Gebietsreform zusammenzulegen, um so auch an die historisch gewachsene Luisenstadt zu erinnern, entschied sich der Senat wahltaktisch für andere Bezirksgrenzen.
Dieses Buch ist ein wunderbares, reich bebildertes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement im Stadtquartier. In 20 Jahren kämpften die Mitglieder gegen Dummheit und Ignoranz, fanden immer einen versöhnlichen Ton und hatten letztlich Erfolg. Das Engelbecken gehört inzwischen zu den beliebten Ausflugsorten der Berliner. Das zerstörte "Wasserschloss" unterhalb der Michaelkirche erschien bald als provisorisches Container-Café in alternativen Reiseführern. Und nun, nach zwei-jähriger Bauzeit, ist die denkmalpflegerische Arbeit durch festes Mauerwerk abgeschlossen.
Obwohl längst von den Besuchern an den sonnigen Tagen wieder in Besitz genommen, wird der 6. Mai als Eröffnungstag des neuen Cafés am Engelbecken gefeiert. Das Landesdenkmalamt und der Bürgerverein Luisenstadt laden ein.













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