25.07.2010 - 08:18
HAMBURG - BERLIN (Teil 2)
Pünktlich rollt der ICE 803 auf Gleis 4 in Hamburg-Dammtor ein, Zielbahnhof Berlin-Südkreuz. Die Hitzewelle ist vorbei. Alles scheint wieder im grünen Bereich bei der Bahn.
Ich finde meinen Sitz in einem angenehm klimatisierten Abteil. Die Ansage des Schaffners ist mundartlich geprägt. Sie klingt freundlich und kompetent. Er stellt auch seine beiden Kolleginnen vor, die in der Ersten Klasse direkt am Platz bedienen. In Englisch stellt er sich als „train manager“ vor.
Ich will mich schon entspannen, da schiebt der Zugmanager eine Ansage in Deutsch nach: „Leider fand kein Container-Austausch statt. Wir haben keine Lebensmittel an Bord. Es gibt nur ein stark eingeschränktes Angebot im Bord-Treff. Heiße und kalte Getränke sind aber vorhanden.“
Die Servicemitarbeiterin aus der Bordgastronomie kommt ein paar Minuten später auf mich zu und bietet „frisch gebrühten Kaffee“ an. Der von mir gewählte Milchkaffee im Pappbecher ist wirklich heiß.
Ich kann mir die Frage nicht verkneifen und möchte wissen, wo denn der Container-Tausch hätte stattfinden sollen? Sie lächelt mich an und spricht: “Die Ansage des Zugchefs über Lautsprecher war nicht ganz richtig. Wir haben keine Lebensmittel an Bord, weil die Kühlanlage im Bistrowagen ausgefallen ist.“ Sie wünscht mir trotzdem eine gute Reise. Sie hat Recht mit ihrer Vermutung, dass ich jetzt (12:30h) gern eine Kleinigkeit gegessen hätte.
Bleibt die Frage: Wem soll ich glauben?
... dem Zugchef, der den verpatzten Container-Austausch den Serviceleuten in die Schuhe schiebt?
... der Bedienung, die mir die Geschichte von der ausgefallenen Kühlanlage im Bistrowagen erzählt?
Beide Erklärungen sind plausibel. Das Ergebnis ist das gleiche. Die Küche im Speisewagen bleibt geschlossen. Die Widersprüche an diesem banalen Beispiel zeigen mir, dass es im Konzern der DB knirscht. Diese trivialen Schuldzuweisungen klingen wie im richtigen Leben – Service gegen Technik.
Heißer Kaffe, kühler Kopf, die am Fenster vorbeifliegende Landschaft hat heute hitzefrei.
Ein sonniger Sommertag mit Schäfchenwolken versöhnt mich. Keine Aufregung, keine Klimageschichte. Der Zug rollt pünktlich im Berliner Hauptbahnhof (tief) ein.
Ihr wollt wissen, wie die Fahrt von Berlin nach Hamburg war? Das könnt ihr hier nachlesen:
Berlin-Hamburg: Bahn verspricht „gesunde Erfrischung“ (Teil 1)












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