Oktoberfest Berlin. Ich habe ja nun wirklich nichts gegen regionale Feste, Traditionen, Landesküchen, etc.
Im Gegenteil, ich finde sie sogar wirklich spannend, probiere immer gerne mal wieder etwas Neues aus und finde es auch richtig, daran festzuhalten. Ich wehre mich auch nicht dagegen, wenn man aus Wehmut nach heimischen Gebräuchen, die Feste in die neue Heimat verlagert. Aber wieso in aller Welt braucht Berlin gleich mehrere Mal den Abguss der Wiesn? Ich mein, in München gibt es doch auch nur eine. Eine Wiese, ein Oktoberfest, etwa zwei Wochen Ausnahmezustand. Natürlich feiert jede Schankwirtschaft ihr eigenes Oktoberfest nebenbei und doch im Geiste des einen, großen Festes auf der Theresienwiese.
Ich habe ja auch kein Problem damit, dass man die Wiesn für einen Zeitraum nach Berlin holt. Ganz im Gegenteil. Ich mag die deftige, bayerische Küche: Weißwurscht, Leberkas, oa Brezn und oan halbes Hendl. Aber warum muss es ausgerechnet in Berlin, bei den Saupreißn, wie die Bayern sagen würden, gleich mehrere Oktoberfeste geben? Ich zähle mittlerweile vier Oktoberfeste mit Festzelt, Dirndl und allem Pipapo. Rund einen Monat kann man so in Berlin mit dem Maß in der einen Hand und dem Broiler in der anderen durchschunkeln, wanken und schließlich torkeln. Fast doppelt so lang also wie in München!
Gegen ein wenig gepflegte Biergarten- oder Festzeltatmosphäre ist ja nichts zu sagen. Ist nicht mein Ding, aber hey! Jedem Tierchen sein Plaisirchen! Doch das Oktoberfest in München ist ja schon seit längerem eher mit den Schattenseiten des Alkoholkonsums zu zweifelhaftem Ruhm und Ehre gekommen. Hat es das verdient? Nein! Muss man das jetzt vier Mal in Berlin abkupfern? Ich meine auch: Nein!
Bereits seit Anfang September zum Beispiel lockt das Felix an den Humboldthafen. Cirka eine Woche später eröffnete die Spreewiesn gegenüber dem Hamburger Bahnhof. Zumindest die montägliche GayWiesn soll tatsächlich eine Mordsgaudi sein, schön im Dirndl oder der Krachledernen. Es folgen noch das Oktoberfest am Roten Rathaus (wobei der Name dieses Jahr ad absurdum geführt wird, steht das Festzelt aufgrund diverser Baustellen auf dem Alex) und das Berliner Oktoberfest am Kurt-Schumacher-Damm. Ich bin jedenfalls gespannt, ob man sich auch in Berlin an das eiserne Gesetz der Münchner Festzelte halten wird. Da tanzt man nämlich allenfalls auf den Bänken, nie aber auf den Tischen.
Oktoberfest in Berlin: Top oder flop? Was meint ihr?
Alle Adressen:
Felix-Oktoberfest
03.09 bis 25.9.2010
Playground am Humboldthafen, Friedrich-List-Ufer, Mitte
Mo-Fr: 18-24 Uhr, Sa/So: 12-24Uhr, Eintritt frei.
Spree-Wiesn
10.09. bis 10.10.2010
Invalidenstr. 79, Mitte
Mo-Fr: ab 14 Uhr, Sa/So: ab 12 Uhr, tagsüber Eintritt frei.
Festzelt am Alexanderplatz
16.09. bis 21.09.2010
Eröffnung am 15. September mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (nur geladene Gäste)
Alexanderplatz
täglich: 11-22 Uhr, Sa/So: 23 Uhr
Berliner Oktoberfest.
24.9 bis 10.10.2010
auf dem Zentralen Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm
Mo-Do; 15-23 Uhr, Fr/Sa: 15-24 Uhr, So 14-23 Uhr, Eintritt frei.












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