Vor dem herrschaftlichen Ambiente der Zitadelle inszenierte sich der britische Sänger, der neben seiner markanten Stimme auch für seine kontroversen Texte und provokanten Äußerungen bekannt ist, wie gewohnt als ausdrucksstarker und gefühlvoller Musiker. Die vom Publikum gefürchtete Diva, die gleichfalls in ihm lauert und die das Publikum gerne mal mit wüsten Beschimpfungen bedenkt, war diesmal zum Glück zuhause geblieben.
Stattdessen scherzte Morrissey während seines Konzerts mit dem Publikum, betonte seine Berlin-Begeisterung und jammerte im Anschluss über die vielen McDonalds-Filialen der Stadt. Der gespielten Entrüstung des bekennenden Veganers folgte sogleich sein Song „Meat is Murder“ und auch seine Musiker waren wieder in die rot-gelben McCruelty T-Shirts gekleidet, die dem Logo der Fast Food-Kette nachempfunden sind und sich gegen den Verzehr von Hühnchen und Fleisch im Allgemeinen wenden.
Jedoch zündete die Mischung aus „The Smiths“-Klassikern und eigenen Songs beim Publikum nur langsam. Lag es an der Helligkeit des um Punkt 20 Uhr beginnenden Open Air Konzerts oder vielleicht an der an den Rändern doch recht schwachen Akustik? Fakt ist, Leben kommt zum ersten Mal zaghaft bei „Everday Is Like Sunday“ und „I’m Throwing My Arms Around Paris“ in die abwartende Meute. Als bei „Irish Blood, English Heart“ endlich der Knoten beim Publikum platzt, ist es auch fast schon vorbei. Als Zugabe gibt’s noch „First Of The Gang To Die“ dann geht der Herr und Meister mit einem Handtuch überm Kopf seitlich von der Bühne ab und die Rausschmeißermusik setzt ein.
Fazit:
Für eingefleischte Fans von „The Smiths“ und Morrissey eine absolute Pflichtveranstaltung! Für die, die nicht alle Songs aus der musikalische Karriere Morrisseys kennen und nur auf die großen Hits gewartet haben, könnte das Konzert von 75 Minuten vielleicht ein wenig enttäuschend gewesen sein.
Persönlich:
Ich hatte, ob des Pathos Morrisseys und der vielen blumenschwenkenden Menschen, tatsächlich Tränen der Rührung und Begeisterung in den Augen.














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