Wann das Denkmal für Freiheit und Einheit der Deutschen gebaut wird bleibt offen. Wie es aussehen soll, darüber hat sich die Jury weitgehend verständigt und ihr Ergebnis präsentiert. Wo das Monument schließlich aufgestellt wird, steht von Anfang an – seit 12 Jahren – fest. Nämlich dort, wo schon das deutsche Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I stand.
Der Kaiser -unerreichbar auf hohem Ross - wurde 1945 im Bombenhagel beschädigt und schließlich von der DDR-Regierung geschleift. Auf dem Schlossplatz am Spree-Seitenarm zeigt in diesen Tagen (bis zum Oktober 2011) die Deutsche Gesellschaft e.V. ihre Open-Air-Ausstellung zum Freiheits- und Einheitsdenkmal. Auch die beiden anderen Wettbewerbsvorschläge erster Wahl sind noch als Papierentwürfe zu sehen.
Wie üblich gibt es nicht nur Zustimmung, sondern auch Ablehnung. Das ist in unserer pluralistischen Gesellschaft üblich, letztlich entscheiden Mehrheiten. Ich gehöre nicht zur Mehrheit, meine Begeisterung für die begehbare Schale hält sich in Grenzen. "Bürger in Bewegung" heißt die gebogene Fläche aus Glas und Metall. Banal und trivial empfinde ich die Idee und Umsetzung, viel zu wörtlich genommen hat man hier ein Symbol für den Aufstand und die Bewegung des Volkes genommen. Nicht etwa künstlerisch überhöht, sondern technisch ausgeklügelt. Wenn mehr als 50 Leute auf der Schale hin und her laufen, dann bewegt sich das Objekt.
Ein begehbares Denkmal, von komplexer Hydraulik unterstützt, soll Dynamik suggerieren. In der Berliner Landschaft herkömmlicher oder zeitgenössischer Denkmäler verspricht man sich offenbar einen qualitativen Sprung. Ein begehbares Denkmal in einem Erlebnispark. Hier eine Spaßwippe für eine Generation, die ständig aktiv sein muss, nicht still stehen kann, geschweige denn in Ruhe "mal nach-denken" möchte.
Bis zur Fertigstellung der historischen Schlossfassade gegenüber wird wohl auch das technische Problem des Bewegungsapparates gelöst sein. Ich hoffe nur, dass im Finanzierungsplan eine kräftige Rückstellung für Reparaturen eingeplant ist. Ein Denkmal mit Service-Folgekosten, auch das ist neu in Berlin.
mehr dazu: ---> http://www.freiheits-und-einheitsdenkmal.de/














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