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Spree 2011 – Baden im Abwasser?
Foto: Robert Agthe, Quelle Lizenz: Creative Commons (cc)

Spree 2011 – Baden im Abwasser?

von Elke

Spree 2011 Berlin. Jetzt heißt es Daumen drücken, denn ab 2011 oder spätestens 2012 könnte es tatsächlich heißen: „Schatz, ich geh in der Spree baden! Kommste mit?“ Was sich momentan noch unvorstellbar und wie ein Traum anhört, soll schon bald Realität werden. Dann würde Berlin zwar immer noch nicht am Meer liegen, aber das Gefühl… ja, das Lebensgefühl wäre unbeschreiblich und fast mediterran. Dieser große Fluss, der Berlin wie eine Ader durchquert, würde endlich wieder dahin zurückkehren, wo er im Sommer hingehört: ins Bewusstsein und in den Mittelpunkt des Stadtlebens. Zurückkehren? Ja, denn schon im 18. und 19. Jahrhundert gab es an der Spree viele beliebte, öffentliche Badestellen und Badeanstalten.
Heutzutage dagegen tummeln sich in den Fluten nur noch Waghalsige, Arglose oder jene, die die Bar 25 vom Wasser aus entern wollen. Denn von einem längeren Aufenthalt in der grün-braunen Suppe ist tatsächlich nur abzuraten. Während die Wasserqualität der Berliner Seen im Allgemeinen recht gut ist, bekleckert sich die Spree bei den Wasserwerten nicht gerade mit Ruhm. Und wen wundert’s, wenn man schließlich bedenkt, dass rund sieben Milliarden Liter Abwasser jährlich in die Spree geleitet werden. Nicht aus Bosheit, sondern weil die Berliner Kanalisation bei starken Regenfällen mit dem zusätzlichen Wasser überfordert ist. Und da ein Großteil der Berliner Kanalisation aus Mischwasserkanälen, die Regen- und Schmutzwasser führen, besteht, gelangt beim Ableiten des Wasserüberschusses nicht nur Regenwasser in die Spree, sondern alles, was die Berliner Haushalte sonst noch so wegspülen: Spülwasser, Waschmaschinenwasser und natürlich der Inhalt der Toilettenspülung.

Reclaim your river!
Dem Problem der Verunreinigung will das Projekt Spree 2011 von Ralf Steeg mit Tanks, die in der Spree versenkt werden, entgegenwirken. Ähnlich wie beim Badeschiff werden diese Tanks in der Spree bis zu 38000 Liter Wasser aufnehmen, nur handelt es sich dabei eben um das überschüssige Schmutz- und Regenwasser, das man erst zu einem späteren Zeitpunkt in die Kanalisation leitet. So wird nicht nur das Spreewasser sauberer und bietet wieder einen attraktiven Lebensraum für einheimische Tiere und Pflanzen, auch das Baden in der Spree wird möglich sein. Zusätzlich gewinnt man auf den Tanks eine Fläche, die zum Sonnenbaden, für Cafés, Restaurants oder gar Zeltplätze genutzt werden kann. Eine riesig, große Spielwiese in der Innenstadt, die nicht nur für Touristen, sondern vor allem für die Berliner selbst, die Attraktivität Berlins und die Lebensqualität ins unermessliche steigen lassen dürfte.
Schon in diesem Herbst will man am Osthafen mit dem Bau einer Versuchsanlage beginnen. Und wenn alles gut geht, kann es tatsächlich schon bald heißen: Pack die Badehose ein… und dann nichts wie an die Spree!!!

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