Wie sah die Naunystraße in den siebziger Jahren aus? Ganz anders! Kreuzberg war West-Berliner Sanierungsgebiet. Ohne Bäume, bröckelnde Fassaden, ein Kiez zum Abriss freigegeben. Als die türkischen Arbeiter nach Berlin kommen, werden ihnen die Abrisshäuser vorübergehend als Unterkünfte angeboten. Sie ziehen ein, sie richten sich ein, sie bleiben. Sie lassen sich nicht mehr nach Anatolien abschieben. Für sehr viele von ihnen wird Kreuzberg zur neuen Heimat in der Fremde. Die Stadtplaner und Investoren stoppen irgendwann die Abrissunternehmen.
Überspitzt gesagt: Wir verdanken den aktiven und integrationswilligen Arbeiterinnen und Arbeitern aus der Türkei, dass Kreuzberg damals nicht platt gemacht wurde. Dennoch sind viele der Probleme geblieben. Erstaunliche Parallelen, wenn wir uns zwei Filme aus dem Fernseharchiv des RBB (früher SFB) anschauen.
Ich zitiere den Tagesspiegel vom 31.8.2011:
Almanci! 50 Jahre Scheinehe … wird von einer Filmreihe begleitet, die einen weiteren, beziehungsreichen Titel trägt: „Gegen die Leinwände“. Auch hier sind die unbekannten Arbeiten die reizvollsten, etwa der 1973 entstandene Fernsehfilm Frau Kutzer und andere Bewohner der Naunynstraße.
14 Uhr Frau Kutzer und andere Bewohner der Naunynstraße (51 Min) 1973
16 Uhr Kazim Akkaya und die Bewohner der Naunynstraße (58 Min) 1975
Das Kino EISZEIT in der Zeughofstraße 20 zeigt die beiden Filme am
Sonntag, 4. September 2011 mit anschließender Diskussion, Fragen und Antworten vom Regisseur und einigen Darstellern.
Alle 50 Filme zum Festival sind in den Leporello „Gegen die Leinwände“ aufgelistet.












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