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Wir sind ein Volk - Plakate spalten Prenzlauer Berg

Wir sind ein Volk - Plakate spalten Prenzlauer Berg

von Rico

"Wir sind ein Volk!", steht in großen Buchstaben auf den Plakaten. Und direkt darunter, etwas kleiner: "Und ihr seid ein anderes." Die Plakate, die in der Kollwitzstraße, im Winskiez, am Helmholtzplatz und im Bötzowviertel hängen spalten den Bezirk. Sie sind ein verbaler Angriff auf die Zugezogenen aus West- und Süddeutschland. Nun kann man sich aufregen, kann Ausgrenzung verurteilen und darauf pochen, dass wir ja alle Deutsche sind. Man kann aber auch versuchen die Menschen zu verstehen, die dem schnellen Wandel nicht standhalten können. Wenn die Bevölkerung seit der Wende zu gut 80% ausgetauscht wurde, wenn Mieten steigen und teure Galerien und Bioläden die ansässigen Unternehmer verdrängen, muss man hinschauen was die Leute bewegt.

Das die Plakataktion nicht die Lösung sein kann, ist klar. Das der Absender feige ist, weil er sich als solcher nicht zu erkennen gibt auch. Aber wenn auf 10.000 Quadratmeter ca. 140.000 Menschen zusammen leben wollen, muss darüber geredet werden, welchen Flair dieser Kiez haben soll. Man muss sich entscheiden ob z.B. ein Mauerpark bebaut werden soll. Ob es an jeder Ecke Townhouses braucht, in denen die 3-Zimmer-Wohnung 600.000 Euro kostet. Will man das? Ist es ein Grabenkampf zwischen Alternativen und Yuppies? Ist die Entwicklung gut so, weil zahlungskräftige Bewohner besser für die Stadt sind als Sozialhilfeempfänger? Haben brennende Autos noch was mit Politik zu tun? Ich glaube es nicht. Ist es Neid, wenn man sich darüber mukiert dass beim Nachbarn der Papi aus Schwaben die Miete zahlt? Keine Ahnung. Aber Gedanken machen über die Entwicklung der Stadt sollten sich alle, die darin wohnen. Was sagt ihr zu dem Thema?

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Kommentare

mariah.who
mariah.who - 03.06.2010 - 10:20
Ich bin im Prenzl Berg aufgewachsen und lebe noch immer dort. Ein starker Wandel ist nicht abzustreiten, aber das Plakat ist schon ziemlich überzogen. Wen es stört, dass 48jährige Väter ihre 1jährigen Sprösslinge namens Leander mit dem Holzdreirad durch die Marienburger schieben, sollte halt nach Weißensee ziehen. Den Mieten hat der 'Wessiboom' allerdings nicht gutgetan- 50qm für 550 Euro kalt? Ich bitte euch. Das muss doch nich sein.
Stammzelle
Stammzelle - 10.03.2010 - 11:53
Sehe ich genauso, aber solange sich das Kapital als scheues Reh versteht, ziehen sich die Schafe die Nacht als Wolfspelz über. Andererseits - Wenn ich in P-Berg bin, habe ich insgesamt das Gefühl, dass die Leute freundlicher miteinander umgehen, und auch rücksichtsvoller; und das schien eher von den Zugezogenen auszugehen. Z.B.: Als ich mit eine Freundin am Kaffeeladen in der Raumerstr saß, kam eine Familie vom Einkaufen zurück. Ein älterer Mann im Rollstuhl, ein junges Päärchen mit Kind, die Frau vom Rollifahrer und der Hund. Vor ihrem eingang standen sie und beredeten irgendwas so lange, dass der junge Typ erstmal seine Bierflasche abstellen musste. Tüten und verpackte Möbel wurden abgestellt. Der Fußweg war voll. Von oben und unten kam je eine junge Frau mit Fahrrad, eine hatte wohl ein Kind dabei. Die Familie rührte sich nur um Zentimeter, und so kamen die Frauen doch irgendwie durch. Meine Wahrnehmung: Urberliner machen Pause vom komplizierten einkauf und die Zugezogenen Wessxis sind zu gut erzogen, um zu protestieren; oder zu P-Berg-erfahren? Die soziale Mischung scheint ok, gelebtes Multikulti.
Detmar.Mau
Detmar.Mau - 03.12.2009 - 14:47
Menschen möchten ihr Umfeld in dem sie leben, gern selbst gestalten. Das ist nachvollziehbar und mehr als verständlich. Die Menschen, die dort schon viele Jahre leben, haben das getan und sie leben gern dort. Sie leben gern in „ihrem“ Kiez. Ihr Kiez, mit dem sie sich identifizieren, hat einen ganz besonderen Charme. Es strahlt Wärme, Vertrautheit und eine gewisse familiäre Atmosphäre aus, selbst wenn viele Dinge nicht neu und nicht nur schön sind. Das ist wohl schon sehr lange so und man konnte es bewahren. Nun aber, kommt es plötzlich zu Veränderungen. Veränderungen, die die Menschen, die dort leben nicht mögen, nicht wollen. Aus meiner Sicht, ist es nicht sinnvoll, über die Vorteile und Nachteile von Sanierungen / Modernisierungen zu diskutieren, da jede Sichtweise Vorteile und auch Nachteile in sich birgt. Es macht auch keinen Sinn, Menschen zu bewerten und sie als feige oder blöd zu bezeichnen, wie es hier leider geschehen ist. In diesem Bezirk wohnen Menschen, die dort nicht nur gern leben, sondern bald gehen müssen, wenn die Entwicklung so weiter geht. Wenn Mieten extrem steigen, dann müssen diese Menschen ihr Kiez verlassen und verlieren damit nicht nur ihre Wohnung oder ihr Geschäft, sondern auch ein ganz besonderes Lebensgefühl. Wenn hier von Vielfalt die Rede ist, so sollte man sich bewusst machen, dass genau diese Vielfalt verloren geht, wenn sich Prenzlauer Berg so sehr und so schnell verändert. Diese Gegend befindet sich nicht in einer kreativen Entwicklungsphase, wie es so oft behauptet wird, sondern unterliegt einem Anpassungsprozess. Prenzlauer Berg wird angepasst! Ein Bezirk, der so ganz anders war und noch ist, wird an eine Welt angepasst, die sich nur noch über Finanzmacht definiert. Es wird dort bald so sein, wie überall und die Menschen, die noch dort leben, werden nicht mehr da sein. Viele sehr unterschiedliche Menschen, die ihre ganz eigene Lebensart verwirklichen, werden gehen müssen. Kleine Geschäfte, kleine Café s und kleine Werkstätten, werden einem hochglanzsanierten Umfeld weichen müssen. Der Charakter des Bezirks wird verändert und eine Verdrängung des „Einfachen“ setzt ein. Wenn über ein solches Plakat geredet wird, dann sollte die Frage im Vordergrund stehen, warum Menschen so etwas tun und wie sie sich fühlen. Sie haben Angst vor einer Entwicklung, die sie nicht mehr beeinflussen können und sie haben Angst, dass sie das, was ihnen wichtig ist, verlieren werden. Sie haben Angst, vor denen, die ihnen sagen, wie sie zu leben haben und denen, die glauben, ihnen sagen zu können, was richtig und was falsch ist. Es mag sein, dass ihr Weg nicht richtig ist, aber sie haben Angst, vor dem was kommt und sie fangen an, sich zu wehren. Ganz auf ihre Weise!!! Wenn Menschen in diese Gegend ziehen, weil sie dieses Ambiente mögen, so sollten sie darauf bedacht sein, dass sie keine oder wenn, dann nur sehr feinfühlig Änderungen herbeiführen. Sie sollten sich in die Menschen hinein fühlen, die dort schon lange leben und arbeiten. Und, sie sollten sich mit deren Lebensgewohnheiten und Ängsten auseinandersetzen. Es ist so unendlich wichtig, dem Anderen mit Verständnis und Respekt zu begegnen. Es ist so unendlich wichtig, dem anderen nicht vorzuschreiben, wie er leben soll, weil man glaubt, dass man es selber besser wisse und es ist unglaublich wichtig, den Anderen nicht zu verdrängen. Nur dann kann man darauf hoffen, dass Plakat dieser Art, bald der Vergangenheit angehören und aus dem „Du“ und dem „Ich“ ein „Wir“ wird. Ich wünsche mir, dass die neuen und die alten Bewohner nicht darüber nachdenken, wer denn nun im Recht wäre, sondern sich bemühen den Anderen und dessen Ängste zu fühlen. Ich wünsche mir, dass Menschen ihre Entscheidungen überdenken und dem Anderen ihre Chance lassen. Nicht, weil sie müssen, sondern weil sie es selber wollen.
Paulinchen81
Paulinchen81 - 30.11.2009 - 23:31
super geschrieben..hatte heute fast die gleichen Gedanken: http://briefeausberlin.blog.de/2009/11/30/4-stock-7485414/
Vonseddin
Vonseddin - 23.11.2009 - 17:19
Über 3 Mio Einwohner können weder gleiche Meinungen haben oder gar gleich sein. Das ist nun mal so. Zur Weltstadt Berlin gehört nun mal auch ungleiches, gerade das macht dann den besonderen Flär einer Stadt aus. Farbigkeit, Vielseitigkeit, Andersartigkeit, gepaart mit Respekt und Toleranz, das ist das Fluidum, das Berlin hat, braucht und ausstrahlt. Insofern sind diese Plakate wirklich schwachsinnig! Berlin kann sich doch freuen, dass Vielfalt, auch von außen, hinzuzieht, das investiert wird, Dinge neu entwickelt und verändert werden. Wer heute durch die besagten Viertel läuft, sollte einfach nur daran denken, wie es hier vor der Wende aussah, braunkohleroter Verfall letztendlich historischer Innenstadtviertel. Was ist dagegen zu sagen, dass investiert, renoviert und verbessert wurde? Das Urbanität neu entsteht. Und...vom Strukturwandel heruntergekommener Viertel profitiert die gesamte Stadt; es werden Steuern bezahlt, Handwerkerleistungen, Dienstleistungen usw. benötigt, die wiederum Arbeitsplätze und eine wirtschaftliche Entwicklung bedingen. Also freuen wir uns an der neuen Struktur und Identität historischer Stadtteile.
Rico
Rico - 23.11.2009 - 09:35
Ich denke mal die Abwandlung ist bewusst. Nur wenn man "ein" schreibt, macht ja der nächste Satz Sinn ;)
Fritze
Fritze - 21.11.2009 - 20:53
Was mir dazu spontan einfällt, wenn ich das Plakat sehe: Der/die diese Aktion betreiben, sind nicht nur feige, sondern auch blöd. Oder kommen nicht mal aus dem Kiez, denn der Slogan hieß damals WIR SIND DAS VOLK. Erst die Politiker und die Presse im Westen haben den Slogan anders besetzt. Also, wer kocht hier ein Süppchen mit Spaltpilzen?

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