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Absalon
© Dave Y.H. Chen, Quelle , Lizenz: cc (Creative Commons)
Kunst - Sonntag, 28. November 2010 - 12:00 - Sonntag, 6. März 2011 - 19:00

Absalon

Absalon Berlin Er wurde nur 28 Jahre alt, aber seine bis 1993 entstandenen Werke sind bis heute bestechend modern: Absalon, geboren als Meir Eshel im israelischen Ashdod, befasste sich in seinen Arbeiten mit philosophischen Fragen. Was brauchen wir zum Leben? Ausgehend von Grundformen wie Dreieck, Kreis und Viereck erschloss er den Raum und richtete ihn ein, auf dass man darin das Nötige finden würden, damit der Blick auf das Wesentliche wieder frei würde. Wenn man das Werk des so früh verstorbenen Künstlers betrachtet, stellt sich unweigerlich die Frage, was da noch alles hätte kommen können, schienen seine Arbeiten doch bereits in jungen Jahren äußerst präzise und konzeptuell ausgereift zu sein, hinstrebend zu immer größerer Reduktion. Die klare Sprache seiner raumerforschenden Entwürfe erinnert an die Bauhaus-Architektur seines Geburtslandes, überspitzt diese aber und hält sie durch ihre völlige Reduktion auf die Grundformen in einer seltsamen Schwebe zwischen strenger Gespenstigkeit und präziser Verspieltheit. Vereinzelt und weiß getüncht, spartanisch eingerichtet und überschaubar waren sie auch ein Umgang mit dem Thema der Kontrolle - Ausbrüche aus diesem selbstauferlegten System begleiten das Schaffen Absalons. Seit der Ausstellung seiner Arbeiten auf der Documenta 1992 hörte man nichts mehr von Meir Eshel. Der Künstler verstarb in Paris an Aids und wurde rasch vergessen. Im letzten Jahr wurde der Hamburger Bahnhof erneut auf Absalon aufmerksam und stellte Absalons "Bruit" aus, eine Folge von kontrollierten Schreien.

Nun zeigt das KW in einer Ausstellung unter anderem Zeichnungen, Fotografien und Objekte, die letztlich zu den Zellen führten, die Absalon nach seinen eigenen Körpermaßen und für ein asketisches Leben erdacht, und deren Aufstellung auf der ganzen Welt überlegt hatte. Dazu kam es nie: Statt in Paris, Zürich, New York, Tel-Aviv, Frankfurt/Main und Tokio landeten sie im Centre Pompidou, New Tate und in der Flick Collection, Reflektionspassagen für den fluktuierenden Besucherstroms.

Begleitend zur Ausstelltung zeigt das Zeughauskino am 15.1. um 21 Uhr die Dokumentation "Un virus dans la ville" des jungen Regisseurs Cédric Venail, der Absalons unvollendetes Projekt Six Cells vorstellt und dazu die Orte bereiste, an denen diese formschönen Selbstbefragungsräume einst aufgebaut werden sollten. Ein Publikumsgespräch mit Venail ist eingeplant.

 

Öffnungszeiten
Di - So 12 - 19 Uhr
Do 12 - 21 Uhr

Sonntag, 28. November 2010 - 12:00 - Sonntag, 6. März 2011 - 19:00
Auguststraße 69 10117 Berlin

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