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Big Draw Berlin 2010 - Das große Zeichnen
© andrea joseph, Quelle Lizenz: cc (Creative Commons)
Kunst - Freitag, 8. Oktober 2010 (ganztägig) - Sonntag, 10. Oktober 2010 (ganztägig)

Big Draw Berlin 2010 - Das große Zeichnen

Ach, der Name. The Big Draw, das ist tatsächlich ein Ausdruck aus dem Tantra, und beschreibt einen Ganzkörperorgasmus, der in neun Stufen das ganze Leben verändern soll. Die Gemeinsamkeit mit dem nun in Berlin stattfindenden Zeichenfestival ist, nun ja, wir vermuten und zitieren das Tantra: übernommenes Leistungsdenken zu vergessen und sich voll und ganz ohne all die anerzogenen Vorurteile auf sich selbst und das eigene Empfinden einzulassen. Das Festival The Big Draw Berlin widerum hat vielleicht auch lebensverändernde Qualitäten, und ein gelungenes, schön anzusehendes Kunstwerk soll ja auf manche auch eine erotisierende Wirkung haben (mal ganz abgesehen vom physisch und körperlichen Hoch einer vollendeten Arbeit). Fest steht: Drei Tage lang wird das große Zeichnen (engl. Draw) unsere Stadt und unseren Umgang mit den uns umgebenden Orten verändern.

The Big Draw Berlin ist ein bereits zum zweiten Mal stattfindendes Mitmachprojekt im Zeichen der Kunst. Im Mittelpunkt steht hierbei die zeichnerische Auseinandersetzung mit Vorhandenem, etwa zeitgenössischer Kunst oder der bloßen Umgebung, mit der man sich hier auf einem nicht bloß intellektualisierten, sondern noch dazu praktischen Weg auseinandersetzen kann. Hier ist jeder, Laie oder Profi, eingeladen, seine Eindrücke mit dem Mittel seiner Wahl festhalten und sich selbst für neue Wahrnehmungswege öffnen.

Das Projekt entstand nach dem Vorbild der in London sitzenden Campaign for Drawing, die sich seit nunmehr 10 Jahren um die Verbreitung dieser eigentlich selbstverständlichen und von Kindheit an praktizierten Kulturtechnik kümmert. Im Vorjahr konzentrierte man sich stark auf die Zusammenarbeit mit Museen, die zwar in diesem Jahr auch eine große Rolle spielen wird, zusätzlich wurde der Radius aber erweitert (etwa auf Altersheime und Krankenhäuser) und um Straßeninterventionen ergänzt. Das Zeichnen, so die Initiatoren von Big Draw, ist ein offener Raum, der schnelle Reaktion auf die Umgebung, Ergänzung ermöglicht. Trotz einer Jahrtausende währenden Tradition ist es flexibler als viele andere Techniken und das macht es so interessant.

Bis zum 10. Oktober können nun alle, die sich gerne zeichnend mit ihrer Umwelt auseinandersetzen, sich zum Zeichnen etwa in den Räumen der Berlinischen Galerie, des Guggenheim oder im Museum für Kommunikation einfinden. Zeichnungen werden in akkustische Signale verwandelt und können verschickt, Botschaften für stadtbestimmende Plakatmotive erdacht werden, Daumenkinos und textile Skizzen aus Webtechnik entstehen. Mit Malschaukeln und Riesenpinseln werden neue Dimensionen des Malens erforscht und auch ein Film soll entstehen. Ausstellungen und Podiumsdiskussionen gibt es natürlich auch. Sogar an der Fertiggestaltung der sehr offenen Plakatmotive können sich die Passanten und Besucher beteiligen. 

Wer also am Wochenende rausgeht, sollte vorsichtshalber mal einen Fineliner einstecken.

Freitag, 8. Oktober 2010 (ganztägig) - Sonntag, 10. Oktober 2010 (ganztägig)

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