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David Evison: Fountain-light. Skulpturen-Ausstellung
Skulptur von David Evison
Veranstaltung - Samstag, 3. März 2012 - 12:00 - Donnerstag, 12. April 2012 - 18:00

David Evison: Fountain-light. Skulpturen-Ausstellung

03.03.12 - 12.04.12, jeweils Dienstag bis Samstag 12 bis 18 Uhr.

Vernissage am 02.03.12, 19 bis 22 Uhr.

 In seinen Werken hält der Bildhauer David Evison den flüchtigsten Augenblick fest und gibt dem Gestaltlosen eine unvergängliche Figur. 

 

„Thou, with ambition modest yet sublime,

Here, for the sight of mortal man, hast given

To one brief moment caught from fleeting time

The appropriate calm of blest eternity.“

(William Wordsworth, Upon the Sight of a beautiful Picture, 1811)

 Was William Wordsworth ehrfürchtig in diesen romantischen Zeilen beschreibt, das wird an den Skulpturen David Evisons augenscheinlich. In seinen Werken hält der Bildhauer den flüchtigsten Augenblick fest und gibt dem Gestaltlosen eine unvergängliche Figur.

Der britische Künstler David Evison arbeitet am liebsten mit Metall. Für seine jüngsten Arbeiten, die Fountain-lights, verwendete er graue Stahlrohre und silbern glänzende Scheiben aus Aluminium. Die übermannsgroßen Skulpturen stellen ein wahres Wunderwerk statischer und ästhetischer Präzision dar. Einzig die kleinen Schweißpunkte tragen die enorme Last der Bauteile, die zu einem kraftvollen Ganzen vereint sind. Evisons Skulpturen stehen ohne Sockel und ohne Stütze völlig frei im Raum. Der Künstler hält nichts von Hilfsmitteln um möglichst extravagante Gebilde zu erschaffen. Er respektiert die natürlichen Grenzen der Bildhauerei und sieht eine Herausforderung darin, diese Grenzen immer wieder neu auszuloten. Auf seiner Suche nach dem noch Möglichen entstehen Werke von einmaliger Komposition und unglaublicher Leichtigkeit. 

Die Fountain-lights, scheinen die Gravitationsgesetze regelrecht auszuhebeln. Die grauen Stahlglieder heben sich empor als wären sie von einer gewaltigen Kraft hochgeschleudert worden und in einem Wirbeln erstarrt. An den Träger glänzen silbern die Aluminiumscheiben, die wie schwerelos über dem Boden schweben. Es sind diffuse und in sich verdrehte Formen, die weit in den Raum ausgreifen und sich wie ein lebendiges Wesen zu bewegen scheinen. 

Evisons Arbeiten sind von einer ausdrucksstarken Prachtentfaltung und einer spürbaren Unendlichkeit beseelt. Bezeichnenderweise zählen zu einem seiner Lieblingskünstler der italienische Großmeister der barocken Skulptur Gian Lorenzo Bernini und der amerikanische Bildhauer David Smith. Die Grundsätze dieser beiden Style wirken auf Evisons Schaffen ein, vereinen sich in seinen Werken und werden in abstrakter Sprache wiedergegeben. Was sich im Barock als Bausch und Bogen entfaltete, zeigt Evison durch seine Vorliebe für gezwirbelte und verdrehteElemente, die sich an der Grenze des Machbaren in der Skulptur bewegt. Eine einzigartige Symbiose von Kontrasten und die Eigenwilligkeit in seinen Werken hingegen sind von den Abstrakten Expressionisten der New York School der 50/60er Jahre inspiriert. 

Aber was Evisons Kunst atemberaubend macht, ist nicht die technische Raffinesse oder die Auseinandersetzung mit anderen Kunstgattungen und Stylen, sondern seine „ambition modest yet sublime“, mit der er das Wesenhafte einfängt und in seinen Werken manifestiert. Wenn das einfallende Licht das kühle Grau und Silber der Fountain-lights umspielt und die Reflektionen durch den Raum tanzen ist es als hätte das Licht selbst Gestalt angenommen und sich in den silbernen Fontänen materialisiert. Es ist eben dieses Festhalten des Körperlosen, wodurch David Evisons Werke zu wahrer Meisterschaft gereichen. 

Nikolett Jäger

Samstag, 3. März 2012 - 12:00 - Donnerstag, 12. April 2012 - 18:00
Auguststraße 49 10119 Berlin

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