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Die geretteten Götter aus dem Palast von Tell Halaf
Entdeckung der monumentalen Grabfigur am 12. März 1912 © Max Freiherr von Oppenheim-Stiftung, Köln.
Kunst - Freitag, 28. Januar 2011 - 10:00 - Sonntag, 14. August 2011 - 18:00

Die geretteten Götter aus dem Palast von Tell Halaf

von Elke
Tell Halaf Berlin. Es war ein Projekt, das einer Sisyphusarbeit gleichkam und das erst jetzt, fast 70 Jahre nach der Zerstörung durch modernste Technik in Angriff genommen werden konnte: Die Restaurierung der geretteten Götter aus dem Palast von Tell Halaf.

Als Max von Oppenheim 1899 auf einem unscheinbaren Hügel, dem Tell Halaf, im Quellgebiet des Habur die Überreste eines Fürstenpalastes entdeckte, konnte er noch nicht ahnen, welche spektakulären Paläste, Gräber und Grüfte er Anfang des 19. Jahrhunderts  an diesem Ort ausgraben würde. Nach Ende der Fundteilung 1927 verfügte von Oppenheim über eine einzigartige Sammlung, die er der Öffentlichkeit in einer umgebauten, ehemaligen Fabrikhalle in Charlottenburg zugänglich machte und die mit den ausgestellten Säulen in Göttergestalt oder Fabelwesen vom Können antiker Bildhauer zeugte.

Doch 13 Jahre nach der Eröffnung des Tell Halaf-Museum wurde das Museum und mit ihm die komplette Sammlung in einer Bombennacht am 23. November 1943 zerstört. Die Ausstellungsstücke aus Kalkstein und die wunderbaren Palastrekonstruktionen aus Gips verbrannten, während die immer noch stark erhitzten Bildwerke aus Basalt unter dem Löschwasser in tausend Bruchstücke zerbarsten.  Die Fundstücke einer 3000 Jahre alten Kultur lagen in Scherben vor den Füßen von Oppenheims, der geistesgegenwärtig und voller Hoffnung auf eine mögliche Rekonstruktion die Überreste einsammeln ließ.

Knapp sechzig Jahre später begann das ehrgeizige Restaurationsprojekt, das fast zehn Jahre dauern sollte und nun seit Januar 2011 in einer Sonderausstellung im Pergamonmuseum zu Ehren von Oppenheims präsentiert wird.
27.000 Fragmente, liebevoll zusammengefügt zu Tierbasen, Reliefplatten mit Darstellungen aus der Mythologie und des realen Lebens und die bereits erwähnten Säulen in Göttergestalt und Fabelwesen, lassen die ungeheuren Anstrengungen vermuten, die diese Rekonstruktion gekostet haben muss.

Fasziniert steht man vor den wieder zusammengesetzten Skulpturen, die noch bis Mitte August auf der Hauptgeschossebene im Nordflügel des Pergamonmuseums zu bewundern sind.
Freitag, 28. Januar 2011 - 10:00 - Sonntag, 14. August 2011 - 18:00
Am Kupfergraben 5 10178 Berlin

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