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Djibutie Präsentiert aus der Serie  „Versteinert“ (Galerie)
Flyer zur Ausstellung
Veranstaltung - Dienstag, 21. September 2010 (ganztägig) - Montag, 18. Oktober 2010 (ganztägig)

Djibutie Präsentiert aus der Serie „Versteinert“ (Galerie)

von Derjan
Schon im Sommer 2010 präsentierte der junge Künstler seine Serie erstmals bei dem berliner Kulturprojekt „48 Stunden Neukölln“. Die durchweg positive Resonanz der Besucher bestärkte ihn darin, mit seiner Kunst den Nerv der Gegenwart und eines breiten Publikums zu treffen.
Persönliche Erfahrungen, soziale Kontakte und die ständige Arbeit an seinen Bildern liefern immer neuen Stoff für Ideen.

 

Frauenbildnisse

„Die wichtigste Grundlage meiner Arbeiten ist natürlich die Idee. Ich habe eine Szenerie im Kopf - oft kommen die besten Ideen über Nacht - und muss sie unmittelbar festhalten.“ (Djibutie)
Basis eines jeden Gemäldes von Djibutie ist ein Foto, auf dem seine Idee sorgfältig nachgestellt wird. Die Frauen posen so, dass sie schließlich in die gemalte Landschaft integriert werden können. Wenn auf dem Gemälde Wasser am Körper der Frau herab läuft, wurde dies zuvor auf dem Foto durch eine Kette verbildlicht, liegt die Frau später in einem Waldsee umgeben von Bäumen, poste das Fotomodel in einer mit blauem Wasser gefüllten Badewanne.
„Das Ausgangsfoto muss sich immer so nah wie möglich an der Vorstellung des fertigen Gemäldes orientieren, sowohl das Licht als auch markante Details der Szenerie müssen beachtet werden, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Ist das Foto nicht präzise genug, wird es umso schwerer das Gemälde umzusetzen.“ (Djibutie)
Djibutie arbeitet mit Temperapastellfarben auf Leinwand, genau wie bei Aquarellen ist es nahezu unmöglich Fehler nachträglich zu korrigieren, da sofort Flecken entstehen. Große Flächen werden mit Airbrushpistolen gesprüht, Details, wie Bäume, werden getupft oder gepinselt. Ein weiteres Markenzeichen des berliner Malers ist der integrierte Rahmen. Einzelne Bildelemente ragen über die eigentliche Bildfläche hinaus und binden den gemalten Rahmen in die Gesamtkomposition ein.
„Das perfekte Arbeitswerkzeug ist das was ich mir selbst gebastelt habe. Ich benutze seit Jahren denselben Baumpinsel, zu kaufen gibt es den sicher in keinem Laden der Welt.“ (Djibutie)
An Djibuties Frauenportraits lässt sich seine künstlerische Entwicklung am besten nachvollziehen, man spürt förmlich, wie sein Gefühl für Farben, Proportionen und Details in den letzten Jahren sensibilisiert wurde. Fließende Gewässer, Blüten, Sonnenstrahlen und Wolken wirken immer surrealistisch und doch so plastisch, dass man meint sie fühlen riechen und fassen zu können. Irgendwo in dieser phantastischen Welt, liegt, kniet, sitzt riesenhaft die Frau – versteinert, monumental. Djibutie kennt alle seine Models und auch auf seinen Gemälden sind sie niemals soweit entfremdet, dass man die Person nicht mehr erkennen kann. Ihre Schönheit und die individuellen Eigenheiten ihrer Silhouette sind, durch die Augen des Künstlers interpretiert, in Stein gemeißelt und in die Illusion einer Idee gebettet.
So entsteht eine Traumwelt, eine Symbiose aus weiblicher Schönheit und fantastischer Natur, sie gehen ineinander auf, nähren einander und vervollkommnen sich, der Betrachter mag seinen Blick nicht mehr abwenden, hat er einmal begonnen diese Welt zu erfahren.

 

Kinderbildnisse

„Kinderportraits entstehen von bereits vorhandenen Fotos. Die Fotoshootings für die Frauenbildnisse dauern oft mehrere Stunden, kein Kind könnte so lange stillhalten und das wäre auch gegen ihr natürliches Verhalten. Alle Kinder, die ich male stammen aus meinem Bekanntenkreis. Wenn ich manche Fotos anschaue, habe ich sofort die Vision des fertigen Gemäldes im Kopf.“ (Djibutie)
Ähnlich wie bei den Frauenbildnissen, stehen auch die Kinder riesenhaft im thematischen Zentrum der Gemälde. Jedoch ist die ausgesandte Stimmung eine ganz andere. Wenn bei den Frauenportraits die innere und äußere Schönheit, sowie die Eigenheiten der individuellen Weiblichkeit im Mittelpunkt stehen, sind es bei den Kleinen die kindlichen Züge und Bewegungsabläufe. Kinder haben eine ganz besondere, ihnen eigene, Motorik und Mimik. Kindliche Bewegungen und Gesichtszüge sind spontan, impulsiv und niemals von langer Dauer, deshalb sind bei diesem Motiv auch fotografische Schnappschüsse die ehrlichste Quelle.
„Kinder sind absolut echt. Es gibt doch nichts Beeindruckenderes als ihre kleinen Gesichter, die mit großen Augen die Welt erkunden.“ (Djibutie)
Djibutie hält in seinen Kindergemälden Augenblicke fest, versteinert sie und setzt sie in einen anderen Kontext. Er transportiert die Idee des Fotos in seine Welt, voll Fantasie und kindlicher Naivität.
Er kreiert seine Idee von Natur und Landschaft und gibt so ein Stück seiner eigenen Kindlichkeit preis.
„Frauen sind schön und Kinder sind echt, ungeformt, ehrlich, so wie auch die Natur sein sollte.“ (Djibutie)
Aus Kinderaugen scheinen die fantastischen Welten entsprungen, in denen kleine Steinriesen sitzen, hocken oder laufen. Einmal die kleinen Händchen im Schoß und die Füßchen leicht gekreuzt, so dass die großen Zehen leicht gespreitzt nach oben zeigen, das Gesicht schelmisch lachend in den Nacken geworfen. Mütter kennen diese Körperhaltung, die gleichzeitig kindliche Freude, Begeisterung und Unbeschwertheit bedeutet. Ein anderes Mal knieend den leuchtenden Mond haltend mit dem Ausdruck totaler Faszination und Gebanntheit im kleinen Gesicht.
Wie uns die Steinbeißerfamilie in Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ faszinierte, so verzaubern uns auch die versteinerten Kinderportraits von Djibutie. Die Fähigkeit etwas so lebendiges wie Kinder in die starre Form von Gestein zu transportieren, ohne die Kleinen ihrer Leichtigkeit und Bewegtheit zu berauben, ist neben der malerischen Umsetzung, die größte Kunst und bedeutet die unglaubliche Anziehungskraft von Djibuties Gemälden.
 
Texte von Martina Busch
 
Geöffnet vom 21.September - 18.Oktober 2010
Öffnungszeiten
Di - So 14.00 Uhr - 20.00 Uhr
Rochstraße 14 a
10178 Berlin
S-Bahnbögen zwischen Alexanderplatz und Hackescher Markt direkt gegenüber vom Berlin Carré
Dienstag, 21. September 2010 (ganztägig) - Montag, 18. Oktober 2010 (ganztägig)

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