Nicht für Kinder oder nur für Erwachsene könnte eine Zwischenüberschrift zu Jess Curtis Performance Dance for Non/Fictional Bodies lauten. Doch wer aufgrund dieser Warnung mit pornographischen Akten auf der Bühne rechnet: weit gefehlt.
Curtis, der sich sogar in seiner Promotion mit Körperinszenierungen beschäftigte, spielt mit den gesellschaftlichen Erwartungen und Zuschreibungen an männliche, weibliche, junge und alte Körper. Er hält dem Zuschauer einen Zerrspiegel seiner selbst vor, dekonstruiert Geschlechterrollen und den Wert von Jugend und Schönheit, sowohl in der Gesellschaft als auch im Tanz. Was sich zunächst nach einer intellektualisierten Auseinandersetzung mit Körpern und Körpernormen anhört, wird dank Curtis choreographischem Geschick und der starken Darsteller zu einem lustvollen, genreüberschreitenden Spiel: Tanz vereint sich mit Trash, Burlesque, Zirkus, Performance und Punk, Krücken und Prothesen fliegen über die Bühne und die Verschiedenheit jedes Einzelnen wird nicht als Verstoß, sondern als einzigartige Schönheit gefeiert.



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