Die Staatsoper Berlin im Schiller Theater zeigt noch bis zum Sommer nächsten Jahres "METANOIA - Über das Denken hinaus", das dritte Musiktheaterwerk von Jens Joneleit. Erdacht nach einer Textvorlage von René Pollesch (der sich widerum an Nietzsches «Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik» abarbeitete), begleitet von Christoph Schlingensiefs Bühnenaufbauten, die noch im Hintergrund zu sehen sind, einem Park aus Organen, Körperfunktionen und Sekret, und unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim bündelte die Oper einige der größten und aufrührerischsten Geister der deutschen Bühne. Schlingensiefs Auseinandersetzung mit seiner tödlichen Krankheit, mit Infektion, und künstlerischem Widerspruch bilden die Basis für die Lebens- und Todreflektionen der Oper. Grell, wütend und kraftvoll, voll sprachlicher Finesse, so stellt man sich eine Zusammenarbeit dieses Teams, begleitet vom langjährigen Volksbühnedramaturgen Carl Hegemann, vor.
Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will, kann dies noch bis zum nächsten Jahr tun, Karten gibt es ab 28 Euro. Schlingensief selbst konnte die letzten Produktionswochen nicht miterleben, er verstarb im August diesen Jahres im Alter von 49 Jahren.



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