Rainald Grebe Berlin. Ja, wer hätte das gedacht? Rainald Grebe, jahrelang solo am Klavier, dann mit einer kleinen Kapelle und nun das: ein ganzes Orchester! Natürlich nicht im klassischen Sinn. Wer wäre Rainald Grebe, wenn er sich mit dem einfachen und nicht, wie gewohnt, mit dem Komplizierten, etwas feiner Verzweigten Zufrieden geben würde? Eben! Also, gibt’s kein klassisches Orchester, sondern eins, in dem neben Streichern und Schlagzeug auch eine Hammondorgel, ein DJ und eine Balalaika ihren berechtigten Platz finden. Wird das jetzt lauter Rock’n’Roll, Balkansound oder elektronische Tanzmusik? Wahrscheinlich von allem etwas, immer passend zu dem jeweiligen Lied. Denn genau das ist sein Ding, seine Logik. Scheinbar unsystematisch, wird daraus doch ein ganzes System.
Es wird sicherlich ein einzigartiges Spektakel, wenn Grebe pathetisch die Luxusprobleme des Kleinbürges besingt, über die man im Publikum süffisant und gönnerisch schmunzelt. Schadenfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude! Dumm nur, wenn auf einmal der eigene Bezirk besungen wird. Da bleibt einem schon mal das Lachen im Halse stecken, man fühlt sich ertappt und schämt sich ein bisschen.
So wird scheinbarer Nonsens zu schwarzer Satire, das Traurige zum Komischen und umgekehrt. Das erscheint unsystematisch? Das ist es ganz und gar nicht! Das ist einzigartig und ganz einfach Rainald Grebe.



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