An unbeeinflussbare Mächte denkt man, an Verzweifelte, die ausgestopfte alte Socken mit Fremdhaar schmücken, um den nun Kahlen mit Flüchen zu überziehen. Das unheimliche Nadelkästchen der Nachbarin, das offene Grab bei Nacht. Dunkel sind die Fantasien um Vodou, ähnlich dunkel wie das Wissen um die tatsächliche Geschichte dieser kultischen Handlungen. Dabei ist das meiste, was über Vodou bekannt ist Produkt der Filmindustrie und der ersten Eroberer und Forschungsreisenden, eine Geschichte von Europäern und Amerikanern, die das Fremde in eine ihnen vertretbare Form transportierten - unverstanden und unerklärt. Dabei ist das Wort Vodou lediglich das der Tonsprache Fon entlehnte Wort für "Gott", durch die Sklaverei aus Nigeria und Benin nach Haiti gebracht. Dort entstand eine Melange aus Katholizismus und indigenen Glaubensvorstellungen, Ursprung der vielen in der Sammlung des Ethnologischen Museums gezeigten Kultobjekte.
Noch bis zum 24. Oktober kann man sich im Museum in Dahlem einen Ausschnitt der über 3000 Artefakte umfassenden Sammlung der Schweizerin Marianne Lehmann ansehen, die seit 1957 in Haiti lebt. Altäre, Schnitzfiguren und andere Objekte der Vodou-Geheimgesellschaft Bizango bilden den Schwerpunkt der Ausstellung. Eine Begegnung mit dem Fremden, die uns letztlich eine Menge über Angst erzählt.






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