Bühnenkunstschule ACADEMY in Berlin-Kreuzberg bereitet Premiere
vor/ ACADEMYzwei-Absolventen präsentieren im Mai „Wahrheit oder
Pflicht“
Die 15 TeilnehmerInnen an ACADEMYzwei haben bereits einige Stationen auf
dem Weg zur Premiere von Wahrheit oder Pflicht im Mai hinter sich. Zunächst
mussten alle nach dem Auswahlverfahren über ein Casting das Basisjahr
ACADEMYeins in einer der drei Sparten Tanz, Gesang und Schauspiel
absolvieren. Hier habe das Lernen des Handwerks absolut im Vordergrund
gestanden, wie Rachel Hameleers, Künstlerische Leiterin der Bühnenkunstschule ACADEMY im interkulturellen Stadtteilzentrum Alte Feuerwache e.V. in Berlin-Kreuzberg, sagt. Dazu kämen in dieser Grundausbildung die Schulung von Bühnenpräsenz, Wahrnehmung - auch Selbstwahrnehmung - oder Fragen wie die der richtigen Vorbereitung auf eine Vorstellung.
Im vergangenen Oktober erfolgte dann über ein weiteres Casting die
Qualifizierung für die „Fortgeschrittenen-Abteilung“, das interdisziplinäre
Produktionsjahr ACADEMYzwei. Der Anspruch ist deutlich höher, weil man
Sänger, Tänzer und Schauspieler in einer Gruppe habe und alle alles machten, so Hameleers. „Auch hier wird weiter gelernt, Hauptziel ist aber die Aufführung.“
Zusammen mit drei Theaterprofis setzen sich die TeilnehmerInnen im Alter
zwischen 14 und 20 Jahren mit einem Thema auseinander, das sie kaum
unmittelbarer betreffen könnte: jugendliche Sexualität. Immer reizend,
empörend, berührend, peinlich, gefährlich, witzig, aufregend – universell.
Wahrheit oder Pflicht heißt das Partyspiel, das die TeilnehmerInnen als Folie
verwenden, um ihre Inszenierungsvorstellungen zu realisieren. Ein Experiment – absolute Ehrlichkeit bei den Fragen und bei den Antworten.
Für die Dozentinnen als multidisziplinäre Theatermacherinnen stellte sich die
Aufgabe, für das intime Thema Sexualität nicht nur ein Vertrauensverhältnis
herzustellen, sondern „einen theatralen Rahmen zu schaffen, der künstlerisch
interessant ist und worin die jugendlichen DarstellerInnen ihre eigenen Inhalte
gestalten können“. Und so wurde dann auch das Material von der Gruppe selbst erarbeitet, die Texte zum größten Teil von den Jugendlichen selbst geschrieben.
Von intimen Soli bis hin zu witzigen Gruppenszenen, Wahrheit oder Pflicht hat
beides, bringt zwei rote Fäden: die Gruppe mit ihrem Experiment und die
einzelnen Individuen mit ihren Geschichten. Um das komplexe, sehr persönliche Thema ohne Bloßstellung oder Verletzung der DarstellerInnen zu fassen, werden Schauspieltechniken wie Rollenaufbau, neutrales Spiel mit Transformation oder Bühnenpräsenz erarbeitet, auch Bewegungs- und Tanzimprovisationen spielen eine große Rolle – der Körper erzählt Geschichten der Annäherung an einen anderen Körper. Und neben dem Gesang bezieht die musikalische Ebene auch Soundkollagen, Wörterrhythmen und Geräuschchöre mit ein.
Für Birgit Jammes, die für die GASAG das Gesamtprojekt Bühnenkunstschule
ACADEMY mitentwickelt hat und es seitdem unterstützend begleitet, birgt das
seit 2004 laufende ACADEMYzwei-Programm zusätzlich zum künstlerischen
Erlebnis für die Jugendlichen noch einen besonderen Schatz: „Sie lernen, sich zu präsentieren, sich auszudrücken. Sie stellen schließlich buchstäblich etwas dar – das sind Schlüsselqualifikationen, die ihnen in ihrem Leben enorm weiterhelfen.“
Wahrheit oder Pflicht: ein Schauspiel zum Schmunzeln, Erröten, Mitfühlen und
Nachdenken – nicht nur für junge Menschen. Öffentliche Premiere am 19. Mai im TAK – Theater Aufbau Kreuzberg am Moritzplatz.
ACADEMY ist ein Projekt des Alte Feuerwache e.V. und der GASAG Berlin.
Nähere Informationen zu ACADEMY finden Sie unter:
www.alte-feuerwache.de/academy/ und www.gasag.de/unternehmen/sponsoring



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