Der hierzulande vor allem als Kriminalautor bekannte Henning Mankell stellt in seinem Stück “Zeit im Dunkeln” den Kampf zweier Menschen um Identität, Existenz, Hoffnung und Zukunft in nur einer Nacht dar. <!--break-->Obwohl sich das Stück in unscheinbaren, fast banalen Andeutungen ereignet, entfaltet es die Kraft einer klassischen Tragödie, entlarvt einen lebenslänglichen Selbstbetrug, leuchtet mikroskopisch Hintergründe aus... Die zwei Personen des Stückes, Vater und Tochter, haben irgendwann mit Hilfe von Schleppern ihre afrikanische Heimat verlassen, wo der Familie der Tod drohte. Auf dem Seeweg ging das Boot unter und die Mutter ertrank. In Lastwagen gelangten sie in eine leerstehende Wohnung und warten nun in trügerischer Sicherheit auf Unbekannte, die gefälschte Papiere und eine neue Identität bringen sollen.
Das ganze "soziale" Drama der Entwurzelung spiegelt sich im empfindlichen Verhältnis von Vater und Tochter, im rasenden Schwinden von Vertrauen, aber auch im Versuch der Tochter, verkrustete Strukturen von Macht und Gehorsam aufzuweichen - um zu überleben. Die Inszenierung zeigt die existenzielle Not von Emigranten, die aus der aktuellen Asyl- und Flüchtlingspolitik Europas resultiert. Diese Menschen leben in ständiger Angst, nicht nur vor der Entdeckung, sondern auch vor dem vollständigen Verlust ihrer Identität und ihres Weltbildes.
Mit: Janina Klinger & Heribert Gietz
Regie: Anders Kamp
Vorstellungen: 15. bis 17.09.2011 um 20 Uhr
Karten: 11/ 6 €
Kartenvorbestellungen: Tel.: 030-443 59 497
im ACUD-Theater, Veteranenstraße 21, 10119 Berlin-Mitte



Kommentare