Schon beim Eintreten muss der Gast stark sein, denn auf der Glastür steht: Kulinarische und floristische Spezialitäten. Blumen, hier kann man auch Blumen kaufen. Verdammte Axt, ich will Kuchen! Aber der breite Aussteller macht alles wieder erträglich. Der Kuchen kommt aus der selben Backstube wie gegenüber beim Sowohlalsauch und so ist von Kirsch-, Blaubeer- und Schokosahne über die berühmte Milchreistorte bis hin zum Carrot Cake alles da, was das zuckersüchtige Leckermaul sich wünscht. Überhaupt ist vieles ähnlich wie im Sowohlalsauch, wenngleich sich die Nähe des Herzens der Finsternis of the Prenzlberg, des Kollwitzplatzes, hier für meinen Geschmack noch stärker bemerkbar macht.
Sind es die dick bereiften Kinderwägen, sind es die mit Ketten behängten Herrschaften aus England und Berlin, die vor der Tür posieren und sich fotografieren, sind es die elegant geschwungenen Sitzanlagen, die den Raum in verschiedene Plauderecken unterteilen, hey, ich weiß es nicht. Schick ist auf jeden Fall die dunkelrote Plüschzone am Ende des Raumes. Dort genehmige ich mir dann eine erstklassige Bouillon vom Tafelspitz. Der dadaistische Geist, der durch den Cafénamen beschworen wird, wird dadurch zwar auch nicht spürbarer, im Gegenteil, er bleibt abwesend wie nur was, aber die Bouillon schmeckt allererste Sahne und kostet bloß vier Euroletten. Ich sag mal so, ich bin lieber gegenüber, aber wenn die Schwiegereltern aufdringlich mit dem Seidenschal rascheln, dann kann man schon hier hergehen.












Kommentare