Jetzt würde ich gerne etwas über das "Jenseits" schreiben, das gute alte "Jenseits", mein Lieblingscafé am Heinrichplatz, wo es immer ein klein wenig freundlicher war als in den anderen Cafés ringsherum. Aber als ich dort kürzlich einkehren wollte, musste ich feststellen: Hm, das "Jenseits" gibt es nicht mehr. Also folgt hier, anstelle einer Ortsbeschreibung, ein Nachruf.
Ich muss gestehen, ich habe niemals mehr als ein paar Worte mit einem der beiden freundlichen älteren Herren geredet, von denen dort einer immerzu hinter dem Tresen stand. Eigentlich habe ich dort nur gesessen, zumeist alleine, habe an den etwas wackeligen Metalltischen ein Buch gelesen, einen Kaffee getrunken und mich wohl gefühlt. Es hat guten Kaffee gegeben. Und was das Besondere war: Es war dort fast immer ruhig. Auch wenn das Café mehr oder weniger voll besetzt war, konnte man dort ganz für sich sein und wurde nicht belästigt durch laute Gespräche der Tischnachbarn oder durch Musik.
Im Internet kann man lesen, dass das Café Clement de Wroblewsky gehörte, einem Musiker und Schauspieler französischer Abstammung. Ich erinnere mich sehr gut, wie es war, bei Herrn de Wroblewsky seinen Kaffee zu bestellen, wie er halb-mürrisch, halb-gutmütig genickt hat und das Getränk dann immer (!) mit einem "Et voilà!" serviert hat.
Wie es scheint hat Herr de Wroblewsky seinen Briefwechsel mit dem zuständigen Bezirksamt zum Thema "Rauchverbot" veröffentlicht, und zwar unter dem Titel: "... det Volk ist doof, aba jerissen..." Vielleicht ist das einen Blick wert?
Jedenfalls: Es war schön im Jenseits. Jetzt hat es geschlossen. Schade.













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