Es ist ein schnöder Donnerstagabend, an dem ich das Café Maibach betrete. Angelockt hat mich die Cocktail-Tageskarte, die täglich sechs von den bunten Schaum- und Blubberwässern anbietet, und zwar zu schlappen 3,50 bis 5,00 Euro. Der Normalpreis liegt allerdings mit 5,00 bis 6,00 Euro nicht allzu unverschämt darüber. Also gut, testen wir einen Erdbeerdaiquiri. Während ich mich umschaue, den ledrig gebräunten Barmann betrachte, die tödlich öde vor sich hinplappernden Gäste am Ende des langgestreckten Ladens, allesamt Mitte vierzig und aufwärts, da sinken die Cocktail-Erwartungen in den Keller des Grauens. Was wird hier schon herangekellnert werden, wenn nicht irgendein abartig plastikhaftes, neonfarben schillerndes Gesöff?
Aber so kann man sich täuschen! Was dann nämlich vor mir steht, das ist mal ein absolut astreiner Erdbeerdaiquiri: Frisch, fruchtig, lecker. Versöhnt schlürfe ich das Ding weg, ignoriere die säuselnde Fahrstuhlmusik und studiere die Karte. Sagen wir mal so, vielleicht verbergen sich da irgendwo die radikalsten Genussextasen, aber angesichts der 10 verschiedenen Pizzen, der 20 Pastagerichte und der 10 Desserts kann ich mich zu nichts entschließen. Aber hey, das bin nur ich. Probierts aus und sicher ist was tolles dabei. Wer natürlich lieber über der minimalistischen Karte mit den drei Topgerichten brütet, der sollte woanders hingehen. Wenngleich der kleine türkische Schwerpunkt in der Karte interessant klingt. Aber für mich ist das eher der Laden zum Magenöffnen, mit einem ersten günstigen Cocktail, um dann weiterzuziehen. Rauchen kann man übrigens auch oder, falls das den Schmacht schon befriedigen sollte, einfach die Raucher beobachten, die sich hinter einer großen Glasfront vergiften.












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