Das „Café Sibylle“ in der Karl-Marx-Allee 72 ist ein lebendiger Zeuge der DDR-Vergangenheit Berlins. Schon mit dem Namen erinnert es an die einstige „Vogue der DDR“, die Frauenzeitschrift „Sibylle“, die mit anspruchsvollen Modefotos und niveauvollen Beiträgen das Einheitsgrau des sozialistischen Realismus aufsprengte. Das Café lässt sich genauso wenig auf einen einheitlichen Nenner bringen: es ist Veranstaltungsort, Museum und Kaffeehaus. Besucher finden hier nicht nur verschiedene Kaffeespezialitäten, frisch gebackene Kuchen und rustikal belegte Schrippen, sondern können sich auch weiterbilden. So informiert in den beiden hinteren Bereichen eine ständige Ausstellung mit vielen Plakaten und Gebrauchsgegenständen aus den 50er Jahren über die bewegte Geschichte Berlins seit 1945.
Die Atmosphäre des Cafés ist dabei selbst schon historisch. Am Eingang steht die überlebensgroße Statue einer Arbeiterin mit ihrem Kind auf dem Arm. Die Kronleuchter im spartanischen Schick der DDR sind genauso original wie die fragmentarischen Wandbemalungen und der fein gearbeitete Stuck, der sogar unter Denkmalschutz steht. Gäste, die sich für die Geschichte der Karl-Marx-Alle interessieren, können sich im Café für eine historische Führung über die einstige Stalin-Allee anmelden. Darüber hinaus finden im „Café Sybille“ regelmäßig Lesungen, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltung statt, über die auf der Internetseite www.union-sozialer-einrichtungen.de informiert wird. Das „Café Sibylle“ ist also der richtige Ort für alle, die nicht nur einen Kaffee trinken, sondern auch Einblick gewinnen wollen in ein über 40 Jahre währendes Kapitel unserer Hauptstadt.













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