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Insider-Tipps: Berlin mal anders erleben
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Insider-Tipps: Berlin mal anders erleben

von Bert

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Berlin zählt nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen innerhalb Deutschlands. Allein im vergangenen Jahr zog es insgesamt mehr als elf Millionen Besucher in die deutsche Hauptstadt – darunter gut vier Millionen ausländische Berlin-Fans. Wer hierher kommt, möchte etwas erleben. Höchste Zeit also, die typischen Sehenswürdigkeit einmal links liegen zu lassen und Berlin so zu entdecken, wie es in keinem Reiseführer steht.

Der Großteil des jährlichen Besucherstroms wandert auf den üblichen Pfaden durch die größte deutsche Stadt: Vom Brandenburger Tor und dem Fernsehturm über die Museumsinsel, den Potsdamer Platz und zum Reichstag. Mittag gegessen wird im KaDeWe und zum Abschluss steht mit dem Berliner Dom noch die größte Kirche der Stadt auf dem Plan. Berlin hat jedoch so viel mehr zu bieten – und abseits der touristischen Pfade haben Sie die Möglichkeit, die Hauptstadt noch einmal ganz neu kennenzulernen!

Berliner Filmschauplätze: "Goodbye Lenin" und Hallo, Herr Lehmann!

Nicht zuletzt der geschichtsträchtigen Position zwischen Ost und West hat Berlin es zu verdanken, dass die Stadt zum Hauptdrehort vieler in- und ausländischer Filmproduktionen geworden ist. Weltruhm erlangte Berlin allerdings erst 1998, als Franka Potente alias "Lola" quer durch die Stadt und – vorbei an den gotischen Torbogen – über die Oberbaumbrücke von Kreuzberg nach Friedrichshain rannte. Bis heute werden im Jahr etwa 100 Filme ganz oder teilweise in der deutschen Hauptstadt gedreht – und mit ein bisschen Recherche können Sie den Stars an den Originalschauplätzen nachspüren. Auf Lolas Spuren wandeln Sie beispielsweise am Bebelplatz, wo Franka Potente zur Bankräuberin wurde. In dem Gebäude der fiktiven Bank befindet sich mit dem "Hotel de Rome" heute eines der exklusivsten Hotels der Stadt.

In die Zeiten der geteilten Stadt entführen Sie Daniel Brühl und "Goodbye Lenin" in der Berolinerstraße und "Das Leben der Anderen" in der Wedekindstraße. In der Sonnenallee warteten Robert Stadlober und Alexander Scheer während des gleichnamigen Films auf den Fall der Berliner Mauer. Von diesem Ereignis, das Ost und West wieder vereinte, erzählt in beeindruckenden Bildern der Film "Bornholmer Straße", in dem Charly Hübner alias Oberstleutnant Harald Schäfer als erster den Grenzübergang zwischen der gleichnamigen Straße und der Börsenbrücke öffnete.

Neben der DDR-Vergangenheit ist die Stadt natürlich durch ihre Machtposition während der NS-Zeit geprägt. Entsprechende Filme, die sich damit auseinandersetzen, sind unter anderen "Operation Walküre" mit Tom Cruise (teilweise gedreht im heutigen Bundesfinanzministerium in der Wilhelmstraße) und die Hitler-Parodie "Mein Führer". Drehschauplatz der Parodie von Helge Schneider ist unter anderem der Lustgarten auf der Museumsinsel, wo während der Dreharbeiten zahlreiche Hakenkreuzfahnen vorübergehend für Entsetzen unter Einheimischen und Touristen gleichermaßen sorgten.

Mit Zeitzeugen ins Stasi-Gefängnis: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Wer nicht nur die Stadt, sondern auch ihre Geschichte kennenlernen möchte, sollte sich Zeit für einen Besuch in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staatssicherheit nehmen. Zeitzeugen führen durch die heutige Gedenkstätte, in der zu DDR-Zeiten Feinde des Systems ohne Anklage und ohne Hoffnung auf Verhandlung unter Missachtung aller Menschenrechte weggesperrt und sich selbst überlassen wurden. Obgleich die Anlage inmitten eines Wohngebietes lag, wurde ihre Existenz lange Zeit geleugnet.

Berlin-Hohenschönhausen ist jedoch nicht erst seit DDR-Zeiten Teil der Geschichte Berlins, denn bereits vor dem Ausruf der Deutschen Demokratischen Republik 1949 wurde hier gegen die menschliche Würde gehandelt: Zwischen 1945 und 1951 wurde die Anlage von der sowjetischen Geheimpolizei ebenfalls als Gefängnis genutzt. Heute hat sich die Gedenkstätte der Erforschung von Formen und Folgen der politischen Verfolgung verschrieben und informiert seine Besucher über das Ausmaß der Unterdrückung und der Einschränkung der persönlichen Freiheit in der kommunistischen Diktatur.

Multikulti in Berlin: Ein Blick auf das bunte Stadtbild

Neben ihrer bedeutenden Rolle in der deutschen Vergangenheit, ist Berlin auch prägend für die sozial-gesellschaftliche Gegenwart Deutschlands. Allein dem Stadtbild sieht man an, dass Integration und ein kulturelles Miteinander hier nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch gelebt werden – so gibt es in Berlin mittlerweile mehr als 80 Moscheen und Gebetsräume. Während der letzten Jahre sind einige repräsentative islamische Gebetshäuser hinzugekommen, die auch für Nicht-Muslime einen Besuch wert sind.

Eines dieser Gotteshäuser ist die „Sehitlik-Moschee“ im Stadtteil Tempelhof. Mit ihren dreißig Metern hohen, schneeweißen Minaretttürmen und den reichen Kalligraphien ist sie die repräsentativste Moschee in ganz Berlin. Zur Anlage gehört auch einer der ältesten türkischen Friedhöfe in Europa, der mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Den Platz als größte Berliner Moschee teilt die „Sehitlik-Moschee“ sich mit dem „Maschari-Center“ am Bahnhof Görlitz. Dessen Kuppel-Gebetsraum bietet Platz für rund 1000 Gläubige.

Auch die älteste Moschee Deutschlands befindet sich in der Hauptstadt: Die „Ahmadiyya-Moschee“ im Stadtteil Wilmersdorf wurde nach indischem Vorbild bereits in den 1920er Jahren errichtet. Grundsätzlich stehen alle Moscheen auch Nicht-Muslimen zur Besichtigung frei. Um den Kontakt zwischen den Kulturen zu fördern, hat Berlin sich mit dem „Tag der offenen Moschee“ ein ganz besonderes Konzept überlegt: Seit dem Jahre 1997 stehen die Berliner Moscheen an jedem 03. Oktober Angehörigen aller Konfessionen zum Besuch offen.

Die Qual der Wahl: Besondere Stadt, besondere Hotels

Die vielen Gesichter der Stadt spiegeln sich auch in den Übernachtungsmöglichkeiten, die Berlin-Fans erwarten: Vom anonymen Luxushotel bis zum familiären Bed & Breakfast findet sich hier so gut wie alles. Für alle, die Berlin auf großem Fuße erleben möchten, bietet sich die Buchung eines wahren Berliner Luxushotels an – unter diesen ist das "Adlon" unangefochten das legendärste. 1907 erbaut, rühmt sich das Hotel am Brandenburger Tor auch heute noch des Rufes, Gastgeber für  die nationale und internationale Prominenz zu sein.

Wenn Ihnen der Sinn nach weniger Luxus und mehr Aufregung steht, sollten Sie sich für ein Hotel entscheiden, das Schlafplatz und Event in einem ist: Die "Propeller Island City Lodge" in der Albrecht Achilles Straße hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kunst und Leben zu vereinen: Es handelt sich um ein gleichsam bewohnbares Gesamtkunstwerk des deutschen Künstlers Lars Stroschen, der die Räumlichkeiten mit audio-visuellen Kunstwerken und Installationen ausgestattet hat. Die Hotelzimmer sind alle unterschiedlich eingerichtet und bestechen z.B. durch schiefe Böden oder komplett mit Spiegeln bedeckten Wänden.

Für alle, die ihre Urlaubskasse lieber in die Stadterkundung als in die Übernachtungsmöglichkeit investieren möchten, bietet sich mit den Hotels der internationalen Kette A&O eine kostengünstige Alternative an. Hier können sich Gäste zwischen Hotelzimmern und günstigen Hostelzimmern entscheiden, die beide im Haus untergebracht sind. Die Preise für Hostelzimmer (Mehrbettzimmer) beginnen bereits ab 7€ pro Person und die etwas komfortabler eingerichteten Hotelzimmer (Ein-, Zwei- oder Familienzimmer) können ab 13 € pro Nacht gebucht werden. In Berlin befinden sich drei dieser Hotels in Friedrichshain, Berlin Mitte und am Hauptbahnhof (hier geht es zu den Standorten in Berlin). Von hier aus erreichen Sie problemlos alle interessanten Destinationen und können Berlin sowohl bei Tag als auch bei Nacht erkunden. Schluss also mit den Hackeschen Höfen und dem Berliner Zoo! Werden Sie cineastisch, politisch und multikulti und geben Sie der Stadt die Chance, Sie noch einmal neu zu verzaubern!

Bild: © Marcus Klepper - Fotolia

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