Naturkundemuseum Berlin. 276 000 Gläser mit insgesamt 81 880 Litern Alkohol stehen ordentlich aufgereiht nebeneinander in den Regalen. Was sich zunächst nach Flatrate-Trinken oder einer großen Sause anhört, entpuppt sich doch bei näherem Hinsehen als letzte Ruhestätte für Krebse, Spinnen oder Amphibien. Sicher, einige schwören auf den Mezcal mit Mottenraupe (Ich habe nachgeschaut. Es ist kein Wurm, wie immer behauptet wird. Macht es das besser? Nein!), aber schon mal fast reinen Alkohol mit Fisch probiert? Sicher nicht. Außerdem würde es von den Museumswärtern des Naturkundemuseums wohl auch ordentlich einen auf die Mütze geben, würde man sich an den Gläsern selbst verköstigen.
Seit dem 14. September 2010 stehen nämlich im wiederaufgebauten Ostflügel des Museums die sogenannten Nasssammlungen, das heißt Tierpräparate, die in Alkohol eingelegt sind. Einige von ihnen sind sogar mehr als 200 Jahre alt. Damit der Alkohol in den Gläsern nicht allzu schnell verdunstet, sollte man in dem neuen Flügel immer ein bisschen wärmer angezogen sein. Konstante 18 Grad Celsius herrschen dort zum Schutz der Exponate.
Pünktlich zum 200-jährigen Bestehen des Museums wurde so nicht nur der Ostflügel eingeweiht, sondern auch die wissenschaftlichen Sammlungen, die bislang einzig Forschern vorbehalten waren, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dafür nimmt man als Besucher auch gerne mal das Frösteln in Kauf.
Das Naturkundemuseum jetzt allerdings einzig und allein auf die Nasspräparate zu reduzieren, wäre ungerecht, denn das Haus in der Invalidenstraße gehört mit seiner immensen Vielfalt zu einem der bedeutendsten Naturkundemuseen der Welt. Gigantische Saurierskelette, riesige Insektenmodelle und lebensechte Tierpräparate sind nur einige der Highlights, die es zu bestaunen gibt.
Zu der Website mit Informationen zu den Ausstellungen und Sammlungen gelangt ihr hier: Naturkundemuseum.











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