Man kann es bereits von draußen sehen: hier wird es gleich gemütlich. Das Polsterinterieur im großen Schaufenster in der Reichenberger 153, hübsch ausgesucht und umgeben von orangefarbener, psychedelischer Geometrie, zieht Biosupermarktkäufer, Kanalspaziergänger und das Dunkel suchende Raucher an. ÄKTSCHN! steht auf einer kleinen Tafel auf dem Gehsteig, und das ist Angebot und Aufforderung zugleich. An besonders schönen Tagen sieht man hier kleine Gruppen fröhlicher Menschen auf dem riesigen Hausgrill des jungen, sächsischen Ladenbesitzers ganze Hammelbeinchen grillen, und in den Hinterzimmern (zwei) lenkt uns ein Kicker vom bescheidenen Sommer ab. Wenn man hier um 5 Uhr früh vorbeikommt, trifft man nach Naturkatastrophen benannte Barkeeper aus diversen Kreuzberger Kneipen, die sich noch einen letzten Mojito oder eine Sexy Limo, eine Hermannbrause (die schmeckt wie Orangina), oder einfach ein Wasser aus der großen Glaskaraffe zum Selberzapfen abholen wollen. Die Stimmung ist entspannt, selbst wenn mal wieder ein Gast die Tür der Herrentoilette aushebelt, der Monsieur am Tresen ist Stress gewohnt (das ist nicht seine erste Kneipe). Und wenn es gerade ruhig ist, werden hier auch schon mal Musikwünsche abgefragt. I wanna dance with somebody ist zwar nicht drin, aber dafür noch ein Schuss Rum. Dass ich bis heute nicht weiß, wie die gerade mal einen Monat alte Kiezperle heißt, ist vielleicht besser so - so kann man im Rausch auch nichts vergessen.












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