Stadtbad Neukölln. Von außen sieht das Stadtbad Neukölln aus als würde es zum Komplex der umliegenden Verwaltungsgebäude gehören: Wuchtig, grau und ziemlich streng steht es an der vielbefahrenen Ganghoferstraße. Drinnen allerdings findet sich eine imposante Architektur.
1914 wurde das von Architekt Reinhold Kiehl nach dem Beispiel römischer Thermen entworfene und mit viel Marmor ausgestattete Bad mit zwei unterschiedlichen Kuppelhallen und einem Saunabereich in Betrieb genommen und gehörte damals zu den größten Bädern Deutschlands. Die kleine Halle verfügt über ein 19 Meter, die große Halle über ein 25 Meter langes Becken (26° C), die Kuppeln sind mit Oberlichtern ausgestattet. Heute findet sich hier auch ein großes Wellnessangebot, das von Kräutersauna über Caldarium, Farblichtersauna, Massagen und Dampfbad bis zum weniger antiken Solarium reicht. Auch eine Dachterasse und ein Bistro finden sich hier. Allerdings kostet der Besuch der 7 Saunen einen Aufpreis, der ermäßigt bei 11, ohne Ermäßigung bei 14 Euro liegt.
Das Bestechende am Stadtbad Neukölln ist vor allem seine Weitläufigkeit, die Ausstattung mit Wasserspuckern und Mosaiken, dessen Opulenz man in Berlin so vielleicht noch im Bad in der Oderberger finden könnte. Im März 2009 wurde das Bad nach 10monatiger Sanierung wiedereröffnet. Dabei ging es vor allem darum, die vorhandene Bausubstanz zu erhalten, lediglich die Fliesen im Duschraum wurden erneuert. Seitdem steht es allen Badewilligen in der Herbst/Winterzeit zur Verfügung. Auf der Seite der Berliner Bäderbetriebe kann man sich das Bad im 360 Grad-Modus ansehen sowie die genauen Öffnungszeiten erfahren, die irritierenderweise jeden Tag anders sind.
Ab Oktober 2010 bis März 2011 kann man hier auch zum Mitternachtssaunieren und -baden vorbeischauen, dann hat das Stadtbad nämlich bis 1 Uhr nachts geöffnet. Gut für alle, die Kollisionen mit den 40 wöchentlich dort antretenden Schulklassen vermeiden möchten.












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