Sie ist der größte Neuköllner Park und teilt sich mit ihrem Bezirk vor allem eines: den mäßigen Ruf. Wer einen kleinen Vormittagsbrunch hier verbringt oder mal eben seinen Terrier ausführen will, stößt auf florierenden Handel und etwas florierte Alkoholleichen. Dies, und das allgemeine Erschrecken bei der Erwähnung des Parks überdecken allerdings seinen tatsächlichen Wert und seine wechselvolle Geschichte. Zwar westseitig, aber dennoch auferstanden aus Ruinen ist die dort befindliche 69 Meter hohe Rixdorfer Höhe, um genau zu sein auferstanden aus 700.000 m² Weltkriegsschutt. Den fleißigen Frauen, die das vollbracht haben, gedenkt man am Eingang Graefestraße. Den ersten Umbau des Parks verdankte er allerdings den Verursachern seiner späteren Zerstörung: 1936 wurde die Hasenheide von den Nationalsozialisten für die Olympischen Spiele aufgerüstet.
Heute ist der Park so riesig, dass er an seinem unteren Ende schon fast wieder an den Flughafen Tempelhof anstößt, da, wo Fahrradfahrer, Skater und alle, die in der letzten Abendsonne an der Miniramp oder dem Basketballplatz Columbiadamm gesessen haben, es rollen lassen können. Gelegentlich wenn man hier passiert, hört man das Kreischen und Singen eines der verschiedenen Volksfeste und Vergnügungstrupps, die hier kurzzeitig Station machen und sich blinkend und verwunschen ins Grüne fügen. Der Volkspark hat aber auch ein eigenes Freiluftkino mit 1000 Sitzen, das in den Sommermonaten für 6 Euro Filme auf Großleinwand zeigt. Erreichbar ist das Kino von Hermannplatz oder Boddinstraße aus.
Der Park bietet dank unterschiedlicher Steigung schöne Strecken für Jogger und ist auch ein Forum für gelegentlich angebrachte Kunst (etwa in Form von Plastikbäumen, die ganz harmonisch in Bäume eingeflickt wurden). Es gibt eine Hundewiese, Romantiker finden auch einen Rosengarten und sogar minigolfen kann man hier. Die Hasenheide hat nicht nur Hausdealer, sondern bald auch einen eigenen als Begegnungsstätte dienenden Hindutempel und mehrmals wöchentlich treffen sich hier verschiedene, teils offene Teams zum Fußballspielen, unter anderem auch Berlins ältestes Straßenfußballteam, die Red Zombies Berlin, regelmäßige Teilnehmer bei “der antirassistischen Weltmeisterschaft".
Seinen Namen hat die etwa 50 Hektar große Heide übrigens von ihrer Vergangenheit als Friedrich Wilhelms Hasenjagdgehege, die Bevölkerung von damals lebt heute vermutlich friedlicher und glücklicher im örtlichen Tiergehege.
Dass die Hasenheide mehr ist als ein Vermerkpunkt in einem Polizeibericht, zeigt der Film "Hasenheide" von Nana A. T. Rebhan, der am 14.10. im Moviemento Premiere hat.






































Kommentare