Sogar am Heinrichplatz, dem traditionellen Austragunsort steiniger Kabbelleien zwischen der Polizei und einer Hand voll Autonomer, die sich am 1. Mai ereignen, ist es eng geworden für Raucher. Das "Jenseits", wo man bis vor kurzem noch friedlich seine Zigaretten rollen durfte, hat seine Türen für immer geschlossen, und all die anderen Lokalitäten – das Bateau Ivre, die Rote Harfe – zwingenden den rauchenden Teil der Bevölkerung in den Frost vor die Tür. Zu den wenigen Ausnahmen zählt der gute alte Eckkneipe "Zum Elefanten", wo die Luft weiter bequalmt werden darf.
Dabei ist "Zum Elefanten" unter all den modischen Geschäften und Bars, die sich neuerdings in der Oranienstraße einnisten, fast so etwas wie ein Kuriosum: Eine Ur-Berliner Kneipe, die ein bisschen wie aus Moabit oder dem Wedding hierhergeweht wirkt. Wer sich ins Innere wagt – und es gibt keinen Grund, sich nicht zu wagen – der findet es drinnen gemütlich und warm. Freundlichkeit wird hier groß geschrieben! An soliden Holztischen hocken Berliner zwischen dreißig und siebzig, trinken, qualmen, palavern, stoßen Bälle über den Billardtisch oder starren zum Fenster heraus auf den Heinrichplatz, der von hier aus so modisch plötzlich gar nicht mehr ausschaut. Zum Elefanten: Eine erholsame, ehrliche Alternative zum neuen Kreuzbergschick.





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