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Dekadenz und dunkle Träume

Der belgische Symbolismus

Bild 1
  • Jean Delville, Die Liebe der Seelen, Detail, um 1900
    © Musée d’Ixelles Brüssel / Vincent Everarts

    Jean Delville, Die Liebe der Seelen, Detail, um 1900

  • Jean Delville, Porträt der Madame Stuart Merill - Mysteriosa, Detail, 1892
    © Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Bruxelles / J. Geleyns - Art Photography

    Jean Delville, Porträt der Madame Stuart Merill - Mysteriosa, Detail, 1892

  • Fernand Khnopff, Liebkosungen, Detail, 1896
    © Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel / akg-images

    Fernand Khnopff, Liebkosungen, Detail, 1896

Gegen die Entwicklung des Oberflächenreizes von Naturalismus und Impressionismus formiert sich in den 1880er Jahren eine neue Kunstströmung, deren Kennzeichen die Sinnlichkeit, Magie, tiefgründige Bedeutsamkeit wie auch die Irrationalität ist. Der Symbolismus enthält hierin bereits vielfach eine künstlerische Vorwegnahme der Traumdeutung von Freud, dessen gleichnamige Studie 1899 erschien.

Das Spezifikum des belgischen Symbolismus ist eine Vorliebe für eine morbide und dekadente Motivik. Schon um die Jahrhundertmitte werden mit Antoine Wiertz Tod und Verfall zu Leitmotiven in der Kunst, die sich bis zu Bildhauern wie George Minne und dem Meister des Absurden James Ensor verfolgen lassen. Angeregt durch die zeitgenössische Literatur, versuchten die Künstler um 1900 eine neue Mystik mit einem extravaganten und kostbaren Stil zu verbinden wie es etwa Charles van der Stappen in seiner Bildhauerei durch die Kombination edler Materialien gelingt. Zur zentralen Gestalt avanciert in diesem Kontext die femme fatale als Ausdruck von Überfluss und Wollust etwa im Werk von Fernand Khnopff. Bei Felicien Rops oder auch Jean Delville gesellt sich hier der Aspekt des Esoterischen und Dämonischen hinzu. Der Symbolismus beeinflusste aber nicht allein das Portrait und Figurenbild, sondern schlug sich als paysage symboliste auch in der Landschaftsmalerei etwa von William Degouve de Nuncques und Fernand Khnopff nieder ebenso wie in den unheimlich erscheinenden Interieurs eines Leon Spilliaert, Xavier Mellery und Georges Lebrun.

Laufzeit: Fr, 18.09.2020 bis So, 17.01.2021

Preis: 10,00 €

Ermäßigter Preis: 5,00 €

Informationen zum ermäßigten Preis: Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt.

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