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Klee in Nordafrika

1914 Tunesien und Ägypten 1928

Zwei Mal zieht es Paul Klee zu Studienzwecken nach Nordafrika, womit er sich in eine lange Tradition von Künstler*innenreisen in den Orient einreiht: Am Beginn seiner künstlerischen Karriere fuhr er nach Tunesien, als etablierter Künstler und Lehrer am Bauhaus nach Ägypten.

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  • Paul Klee, Rote und weisse Kuppeln, Detail, 1914, Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton – Paul Klee, Rote und weisse Kuppeln, Detail, 1914, Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton © Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
    © Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

    Paul Klee, Rote und weisse Kuppeln, Detail, 1914, Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton – Paul Klee, Rote und weisse Kuppeln, Detail, 1914, Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton © Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

  • Paul Klee, Nekropolis, Detail, 1929, 63 x 44 cm, Ölfarbe auf Nesseltuch auf Sperrholz
    © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jens Ziehe

    Paul Klee, Nekropolis, Detail, 1929, 63 x 44 cm, Ölfarbe auf Nesseltuch auf Sperrholz

  • Paul Klee, vermessene Felder, Detail, 1929, Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton
    © Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

    Paul Klee, vermessene Felder, Detail, 1929, Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton

  • Paul Klee, Portal einer Moschee, Detail, 1931, Feder und Aquarell auf Papier auf Karton
    © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jens Ziehe

    Paul Klee, Portal einer Moschee, Detail, 1931, Feder und Aquarell auf Papier auf Karton

Das Museum Berggruen widmet sich in einer konzentrierten Sonderpräsentation den in Zusammenhang mit Klees (1879 – 1940) Nordafrikareisen entstandenen Werken aus der Sammlung der Nationalgalerie, ergänzt durch fünf großzügige Leihgaben aus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Tunisreise und Bildsprache

Die knapp zweiwöchige, in die Kunstgeschichte als „Tunisreise“ eingegangene Studienfahrt mit August Macke und Louis Moilliet im Jahr 1914 war für Klees Schaffen wegweisend: In über vierzig Aquarellen und Zeichnungen intensiviert er die Farbigkeit und löst seine Motive weitgehend von gegenständlichen Bezügen. Klee übersetzt Architektur und Landschaft in abstrahierte, rasterförmige Farbfelder wie bei dem Aquarell „Rote und weisse Kuppeln“.

Diese neue Bildsprache ist bereits in dem kurz vor der Reise entstandenen Aquarell „Erinnerung an einen Garten“ angelegt. Klee betonte selbst, dass erst die Tunisreise diese Farb- und Formentwicklung mit sich gebracht habe. In seinem nach der Reise überarbeiteten Tagebuch findet sich die berühmte Passage:
„Es dringt so tief und mild in mich hinein, ich fühle das und werde so sicher, ohne Fleiss. Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ Auch in den folgenden Jahren greift er immer wieder auf die im mediterranen Klima perfektionierten bildnerischen Ansätze zurück, auch bei der Darstellung von mitteleuropäischer Natur.

Ägyptenreise und Cardinalprogression

1928/29 reist Klee nach Ägypten. Während er in seinen Briefen und Postkarten Enttäuschung über die dort vorgefundene Architektur und Lebensbedingungen äußert, begeisterte ihn die Natur. Seine Eindrücke finden vor allem nach der Reise ihren Widerhall, wie im kurz nach der Rückkehr entstandenen Gemälde „Nekropolis“. Mit der Ägyptenreise wird das von Klee selbst als „Cardinalprogression“ bezeichnete Prinzip in Verbindung gebracht: Die stark geometrisierten Formen seiner Streifenbilder, wie in „vermessene Felder“, werden auf die Aufteilung der Felder zurückgeführt, die Klee entlang des Nils gesehen hat.

Eine Sonderpräsentation der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin

Laufzeit: Sa, 05.09.2020 bis So, 10.01.2021

Preisinformationen: Museum Berggruen. + Sammlung Scharf-Gerstenberg

Preis: 10,00 €

Ermäßigter Preis: 5,00 €

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